Mineralwasser gilt als das Sauberste und Beste, was man überhaupt trinken kann. Ein aktueller Ökotest stellt das jetzt infrage – zumindest für einige Marken. Denn neben vielen Siegern gibt es auch einen erschreckenden Verlierer. Zu welchen Varianten Sie auch in der aktuellen Hitzewelle vielleicht lieber nicht greifen sollten.
Ökotest prüft 56 Mineralwässer: Ein Produkt fällt besonders negativ auf
Das Verbrauchermagazin Ökotest hat 56 Medium-Mineralwässer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist zweigeteilt: Die große Mehrheit der getesteten Produkte überzeugt, doch einzelne Marken fallen mit erhöhten Werten von Arsen, Trifluoressigsäure (TFA) und Pestizidabbauprodukten auf.

Besonders schlecht schneidet dabei ein Produkt ab, das in vielen deutschen Supermärkten und über Lieferdienste erhältlich ist: das Bad Harzburger Medium Mineralwasser. Es erhält als einziges die Note „mangelhaft“ – die schlechteste Bewertung im gesamten Test.
Arsen im Mineralwasser: Was die Belastung im Bad Harzburger bedeutet
Der entscheidende Kritikpunkt am Bad Harzburger ist der Nachweis von Arsen. Das chemische Halbmetall kann über Lebensmittel wie Reis oder Trinkwasser in den Körper gelangen – und gilt schon in geringen Mengen als gesundheitlich bedenklich.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) warnt: Anorganisches Arsen kann selbst in kleinen Dosen Haut-, Lungen- und Harnwegstumore begünstigen. Bei langfristiger Aufnahme wurden zudem Hautschäden sowie Entwicklungs- und Nervenstörungen beobachtet.

Ökotest ordnet die gemessene Menge zwar nicht als akut gesundheitsgefährdend ein, betont aber: „Die gemessene Menge schöpft den laut Mineral- und Tafelwasser-Verordnung erlaubten Gehalt zu mehr als der Hälfte aus.“
TFA im Mineralwasser: Sechs Produkte mit erhöhten Werten – Verdacht auf Fruchtbarkeitsschäden
Neben Arsen wurde im Bad Harzburger auch ein erhöhter Gehalt an Trifluoressigsäure (TFA) nachgewiesen. Damit steht das Produkt nicht allein: Fünf weitere Mineralwässer weisen ebenfalls erhöhte TFA-Werte auf und erhalten allesamt die Note „ausreichend“.
TFA gelangt unter anderem über Kältemittel oder als Abbauprodukt von Pestiziden ins Grundwasser – und ist dort besonders hartnäckig. Der Stoff löst sich leicht in Wasser, breitet sich im Boden aus und lässt sich bislang nicht aus Abwasser herausfiltern.
Die gesundheitlichen Risiken sind besorgniserregend: Nach Angaben von Ökotest haben mehrere deutsche Behörden im vergangenen Jahr ein Dossier zur Gefahreneinstufung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) eingereicht. Laut EU-Angaben steht TFA im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen, ungeborene Kinder zu schädigen sowie negative Auswirkungen auf Schilddrüse und Leber zu haben.
40 von 56 Mineralwässern erhalten die Note „sehr gut“ – auch diese Eigenmarken
Die gute Nachricht: Der Test zeigt vor allem, dass die Mehrheit der deutschen Mineralwässer überzeugt. 40 der 56 geprüften Produkte erhalten die Bestnote „sehr gut“ – darunter elf, die ausdrücklich für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet sind. Weitere vier Wässer werden mit „gut“ bewertet.
Welche sind das konkret? Zu den „sehr guten“ Mineralwässern im Test zählen sowohl bekannte Marken als auch günstige Discounter-Produkte: So überzeugen etwa Gerolsteiner, Adelholzener oder Aqua Römer ebenso wie Eigenmarken wie Saskia (Lidl), Quellbrunn (Aldi), Surf (Norma) und Gut & Günstig (Edeka).



