Gesundheitsgefährdend

Schock im Supermarktregal: Dieses Mineralwasser fällt im Ökotest glatt durch – wegen Arsen

Kaufen Sie regelmäßig Bad Harzburger, Margon oder Hochwald? Dann sollten Sie den neuen Ökotest kennen – und vielleicht das Mineralwasser wechseln.

Author - Sharone Treskow
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Ökotest hat Mineralwasser untersucht und in einer Marke Arsen gefunden. (Symbolfoto)
Ökotest hat Mineralwasser untersucht und in einer Marke Arsen gefunden. (Symbolfoto)Katemangostar / Magnific

Mineralwasser gilt als das Sauberste und Beste, was man überhaupt trinken kann. Ein aktueller Ökotest stellt das jetzt infrage – zumindest für einige Marken. Denn neben vielen Siegern gibt es auch einen erschreckenden Verlierer. Zu welchen Varianten Sie auch in der aktuellen Hitzewelle vielleicht lieber nicht greifen sollten.

Ökotest prüft 56 Mineralwässer: Ein Produkt fällt besonders negativ auf

Das Verbrauchermagazin Ökotest hat 56 Medium-Mineralwässer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist zweigeteilt: Die große Mehrheit der getesteten Produkte überzeugt, doch einzelne Marken fallen mit erhöhten Werten von Arsen, Trifluoressigsäure (TFA) und Pestizidabbauprodukten auf.

Es ist beliebt, hat aber im Ökotest nicht gut abgeschnitten: das Bad Harzburger Mineralwasser in Medium.
Es ist beliebt, hat aber im Ökotest nicht gut abgeschnitten: das Bad Harzburger Mineralwasser in Medium.Bad Harzburger

Besonders schlecht schneidet dabei ein Produkt ab, das in vielen deutschen Supermärkten und über Lieferdienste erhältlich ist: das Bad Harzburger Medium Mineralwasser. Es erhält als einziges die Note „mangelhaft“ – die schlechteste Bewertung im gesamten Test.

Arsen im Mineralwasser: Was die Belastung im Bad Harzburger bedeutet

Der entscheidende Kritikpunkt am Bad Harzburger ist der Nachweis von Arsen. Das chemische Halbmetall kann über Lebensmittel wie Reis oder Trinkwasser in den Körper gelangen – und gilt schon in geringen Mengen als gesundheitlich bedenklich.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) warnt: Anorganisches Arsen kann selbst in kleinen Dosen Haut-, Lungen- und Harnwegstumore begünstigen. Bei langfristiger Aufnahme wurden zudem Hautschäden sowie Entwicklungs- und Nervenstörungen beobachtet.

Arsen in Trinkwasser kann zu Gesundheitsproblemen führen. (Symbolfoto)
Arsen in Trinkwasser kann zu Gesundheitsproblemen führen. (Symbolfoto)Diana.grytsku / Magnific

Ökotest ordnet die gemessene Menge zwar nicht als akut gesundheitsgefährdend ein, betont aber: „Die gemessene Menge schöpft den laut Mineral- und Tafelwasser-Verordnung erlaubten Gehalt zu mehr als der Hälfte aus.“

TFA im Mineralwasser: Sechs Produkte mit erhöhten Werten – Verdacht auf Fruchtbarkeitsschäden

Neben Arsen wurde im Bad Harzburger auch ein erhöhter Gehalt an Trifluoressigsäure (TFA) nachgewiesen. Damit steht das Produkt nicht allein: Fünf weitere Mineralwässer weisen ebenfalls erhöhte TFA-Werte auf und erhalten allesamt die Note „ausreichend“.

TFA gelangt unter anderem über Kältemittel oder als Abbauprodukt von Pestiziden ins Grundwasser – und ist dort besonders hartnäckig. Der Stoff löst sich leicht in Wasser, breitet sich im Boden aus und lässt sich bislang nicht aus Abwasser herausfiltern.

Die gesundheitlichen Risiken sind besorgniserregend: Nach Angaben von Ökotest haben mehrere deutsche Behörden im vergangenen Jahr ein Dossier zur Gefahreneinstufung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) eingereicht. Laut EU-Angaben steht TFA im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen, ungeborene Kinder zu schädigen sowie negative Auswirkungen auf Schilddrüse und Leber zu haben.

40 von 56 Mineralwässern erhalten die Note „sehr gut“ – auch diese Eigenmarken

Die gute Nachricht: Der Test zeigt vor allem, dass die Mehrheit der deutschen Mineralwässer überzeugt. 40 der 56 geprüften Produkte erhalten die Bestnote „sehr gut“ – darunter elf, die ausdrücklich für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet sind. Weitere vier Wässer werden mit „gut“ bewertet.

Welche sind das konkret? Zu den „sehr guten“ Mineralwässern im Test zählen sowohl bekannte Marken als auch günstige Discounter-Produkte: So überzeugen etwa Gerolsteiner, Adelholzener oder Aqua Römer ebenso wie Eigenmarken wie Saskia (Lidl), Quellbrunn (Aldi), Surf (Norma) und Gut & Günstig (Edeka).

Saskia Mineralwasser von Lidl hat beim Ökotest mit „sehr gut“ abgeschnitten.
Saskia Mineralwasser von Lidl hat beim Ökotest mit „sehr gut“ abgeschnitten.Lidl

Auch Varianten wie Vilsa oder Rosbacher schneiden sehr gut ab, teils sogar mit Eignung für Babynahrung. Auffällig: Selbst sehr preiswerte Mineralwässer erreichen häufig Spitzenbewertungen und stehen teuren Marken in nichts nach.