„Fit“ war in der DDR das Spülmittel schlechthin. Es war ebenso bekannt wie der „Rotkäppchen“-Sekt oder das Waschmittel „Spee“. Doch jetzt fällt ein Schatten auf die Erfolgsbilanz der beliebten Marke. Ein Spülmittel der Marke „Fit“ hat bei einem Vergleich von „Öko-Test“ mit dem schlechtesten Gesamtergebnis abgeschnitten.
Note „Mangelhaft“ für Fit-Spülmittel
Beim großen Vergleich von „Öko-Test“ landete ausgerechnet das Fit-Spülmittel „Original“ der Traditionsmarke aus Hirschfelde auf dem letzten Platz mit dem Gesamturteil „mangelhaft“. Der Grund: Im Labor wurden erhöhte Werte von Formaldehyd nachgewiesen.
Die Tester schreiben, man habe „mehr Formaldehyd nachgewiesen, als in abspülbarer Kosmetik erlaubt sei“. Zwar ist Spülmittel offiziell keine Kosmetik wie Shampoo oder Duschgel. Aber weil der Hautkontakt ähnlich intensiv sei, habe man den Stoff „gleich streng in die Bewertung einfließen lassen“, so Öko-Test.

„Fit“ wehrt sich gegen Vorwürfe
Formaldehyd gilt als problematisch. Die Europäische Chemikalienagentur stuft es als akut giftig und wahrscheinlich krebserregend ein. Zudem kann der Stoff Hautreizungen und Allergien auslösen. Die Tester vermuten, dass das Formaldehyd aus dem Konservierungsmittel Bronopol stammt, das im Fit-Spülmittel enthalten ist.
Der Hersteller weist die Kritik zurück. „Formaldehyd wird unseren Produkten nicht direkt zugesetzt, sondern entsteht als natürliche Reaktion von Konservierungsstoffen“, erklärte die Fit GmbH auf Nachfrage von MDR Sachsen. Unter bestimmten Bedingungen könnten diese „sehr geringe Mengen“ an Formaldehyd freisetzen.
Das Unternehmen verweist darauf, dass das Spülmittel allen gesetzlichen Vorgaben entspreche. Die Inhaltsstoffe seien EU-weit zugelassen und in der Haushaltspflegeindustrie als sicher eingestuft. Die gemessenen Werte seien „sehr niedrig“ und würden „kein Risiko darstellen“.
Ob das die treuen Fit-Fans beruhigt, bleibt abzuwarten. Der Kultstatus des DDR-Klassikers bekommt jedenfalls einen deutlichen Dämpfer.



