Die Artemis II ist gerade auf dem Weg zum Mond mit einer gemischten Astronautencrew. Da fragt sich schon mal der eine oder andere: Tun sie’s – oder tun sie’s nicht? Und selbst wenn nicht: Ist das überhaupt möglich, Sex im Weltall zu haben?
Noch hatte kein Erdenbewohner auf einem fremden Planeten Sex. Doch jetzt, wo kommerzielle Reisen ins All immer näher rücken, scheint auch das immer wahrscheinlicher zu werden. Wenn man den Aspekt der Fortpflanzung mal beiseitelässt, ist es ja durchaus technisch möglich, einen überirdischen Orgasmus zu bekommen.
Bei der Nasa gab es noch keinen Sex im Weltall
Bis jetzt gibt es dafür allerdings noch keinen bestätigten Fall. Zwar schickte die Nasa 1992 das Ehepaar Mark Lee und Jan Davis zusammen an Bord der Shuttle-Mission STS-47 ins All, für Sex gab es dabei aber wohl keine Möglichkeit: Die Nasa achtete darauf, beide in sich nicht überschneidende Schichten einzuteilen, sodass der eine dann schlief, wenn der andere wach war, und umgekehrt. Mit der ständigen Überwachung auf einem Raumschiff kann wohl auch von Privatsphäre keine Rede sein.

Wie der Astronaut Ulrich Walter dem Focus erklärte, seien die Amerikaner da sowieso etwas prüde. „Die Nasa wird von öffentlichen Geldern finanziert“, erklärt Walter. Sie müsse daher Wert darauf legen, dass nichts dergleichen passiert.
Ohne Schwerkraft fällt der Sex im All schwer
Dann gibt es auch noch logistische Probleme. Ohne Schwerkraft ist es schwer, auf dem Boden zu bleiben. Jede Bewegung lässt einen treiben, was die Koordination schwierig macht. So wird Intimität mehr zur Physik-Aufgabe.
Auch der Körper macht es einem nicht einfach. Im Weltraum verändert sich die Durchblutung, Hormone schwanken und die Libido kann in den Keller sinken. Man ist auf Überleben ausgerichtet, nicht auf Verführung.
Wie die Delfine: Astronaut erklärt, wie Sex im All funktioniert
Ulrich Walter meint, es gebe zwei Möglichkeiten, wie Sex im Weltall trotzdem funktionieren könnte. Entweder könnte man sich an einer Stange festhalten, oder es wie die Delfine machen: Die sind beim Sex oft zu dritt, wobei der dritte die beiden anderen zusammenhält, dass sie nicht auseinanderdriften.

Weil sich beides nicht so optimal anhört, gibt es zum Glück jetzt schon Lösungsvorschläge. In den frühen 2000ern hat der Erfinder Vanna Bonta zum Beispiel einen „2suit“ vorgeschlagen. Das wären zwei Astronautenanzüge, die so designt sind, dass sie zwei Körper in einem schwerelosen Raum zusammenzippen können. Noch hat Bonta dafür keine Abnehmer gefunden, aber was nicht ist, kann ja noch werden.


