Wenn die Temperaturen steigen, wird der Einkauf schnell zur heiklen Mission. Eis schmilzt, Fleisch wird empfindlich und zu Hause droht der schnelle Verderb. Gerade im Sommer kommt es darauf an, Lebensmittel richtig zu kaufen, zu transportieren und zu lagern. Wer diese einfachen Regeln von der Verbraucherschutzzentrale Berlin beachtet, kann sich viel Ärger ersparen und schützt gleichzeitig die Gesundheit.
Sommerhitze unterbricht Kühlkette beim Einkauf
Beim Einkauf beginnt das Problem oft schon auf dem Heimweg. Die Kühlkette wird unterbrochen, Keime können sich rasch vermehren – besonders bei Fleisch, Fisch oder Speisen mit rohem Ei und Mayonnaise. Tiefgekühlte Ware zeigt das noch deutlich, bei Käse oder Wurst bleibt das Risiko oft unbemerkt.
Eine Kühltasche mit Kühlakkus ist deshalb im Sommer fast Pflicht. Gerade im Auto kann es kritisch werden: Steht es in der Sonne, steigen die Temperaturen schnell auf über 30 oder sogar 40 Grad. Auch im Lastenrad reicht der Fahrtwind oft nicht aus. Besonders empfindlich reagieren Waren mit Verbrauchsdatum sowie viele Obst- und Gemüsesorten.

Wer clever einkauft, legt sensible Produkte zuletzt in den Wagen und bringt sie zügig nach Hause. Das schützt vor Keimbildung und verlängert die Haltbarkeit deutlich.
Beeren und Gemüse bleiben nur richtig gelagert frisch
Sommerzeit ist Erntezeit, besonders bei Beeren. Doch die kleinen Früchte sind empfindlich. Schimmel ist ein klares Ausschlusskriterium: Befallene Beeren gehören sofort in den Müll. Feste Sorten wie Erdbeeren oder Heidelbeeren lassen sich mit einem kalten Wasserbad und etwas Essig reinigen. Anschließend müssen sie gut abgetrocknet werden.
Gelagert werden Beeren am besten im Kühlschrank auf einem Küchentuch, das überschüssige Feuchtigkeit aufnimmt. Druckstellen sind ein Warnsignal: Solche Früchte sollten schnell gegessen werden. Kirschen dagegen sollten ungewaschen in den Kühlschrank, gut belüftet und nicht in geschlossenen Behältern.

Auch Gemüse braucht die richtige Behandlung. Salate gehören kühl und dunkel gelagert und sollten möglichst schnell verzehrt werden. Vorgeschnittene Salate sind besonders anfällig für Keime – sie müssen gekühlt transportiert, gründlich gewaschen und schnell verbraucht werden.
Fleisch, Milch und Grillgut sind besonders riskant
Tierische Lebensmittel reagieren besonders sensibel auf Hitze. Milchprodukte wie Joghurt, Quark oder Käse sollten ebenfalls gekühlt transportiert werden. Beim Frühstück gilt: lieber kleine Portionen auf den Tisch stellen, damit nichts unnötig warm wird.
Bei Fleisch und Fisch ist Vorsicht angesagt. Diese Produkte sollten beim Einkauf ganz zum Schluss in den Wagen und möglichst direkt nach Hause gebracht werden – am besten in einer isolierten Tasche. Zu Hause gehören sie sofort auf die kälteste Stelle im Kühlschrank, meist unten auf der Glasplatte.

Auch beim Grillen lauern Risiken: Rohes Fleisch und fertige Speisen müssen strikt getrennt bleiben. Besteck und Teller, die mit rohem Fleisch in Kontakt waren, dürfen nicht weiterverwendet werden. Besonders heikel sind Salate mit Mayonnaise: Sie sollten nicht lange in der Sonne stehen.
Diese Lebensmittel dürfen bei 40 Grad ausnahmsweise in den Kühlschrank
Bei extremer Hitze um die 40 Grad wie am kommenden Wochenende in Berlin kann es sinnvoll sein, einige Lebensmittel ausnahmsweise doch in den Kühlschrank zu legen – selbst wenn sie dort normalerweise nichts verloren haben. Denn hohe Temperaturen lassen Obst und Gemüse deutlich schneller verderben oder überreif werden. Dann gilt: Ein kleiner Qualitätsverlust ist besser als wegwerfen.
Besonders betroffen sind Tomaten, Gurken und Steinobst wie Pfirsiche oder Aprikosen. Sie reifen in der Hitze oft so schnell nach, dass sie binnen kurzer Zeit matschig oder sogar schimmelig werden. Auch sehr reife Bananen können bei solchen Temperaturen kippen – hier kann ein kurzer Aufenthalt im Kühlschrank helfen, auch wenn die Schale braun wird. Wichtig ist: Diese Produkte am besten vor dem Verzehr wieder etwas auf Zimmertemperatur bringen, damit Geschmack und Aroma zurückkommen.

Selbst Brot oder Kartoffeln, die normalerweise nicht in den Kühlschrank gehören, können bei großer Hitze zur Ausnahme werden. In sehr warmen Wohnungen steigt das Schimmel- und Keimrisiko deutlich.
Wer auf Nummer sicher gehen will, lagert empfindliche Lebensmittel lieber kühler oder friert sie portionsweise ein. Die einfache Sommer-Regel lautet: Lieber kurzzeitig falsch lagern, als zu riskieren, dass Lebensmittel verderben oder krank machen. Schätzungen zufolge erkranken jedes Jahr über eine Million Menschen in Deutschland an Keimen in Lebensmitteln.



