Frühlingstipps

Achtung Gärtner! Diese Fehler sollten Sie im März unbedingt vermeiden!

Im März ist im Garten Geduld gefragt: Hecken dürfen nur vorsichtig geschnitten werden, Laub schützt Tiere – und auch beim Rasen sollte man noch warten.

Author - Tobias Esters
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Frühlingsgefühle im März – doch im Garten ist noch Geduld gefragt.
Frühlingsgefühle im März – doch im Garten ist noch Geduld gefragt.Robert Günther

Die ersten warmen Tage im März locken viele Hobbygärtner wieder in den Garten. Beete werden aufgeräumt, Hecken geschnitten und der Rasen soll endlich wieder in Form gebracht werden. Doch genau jetzt ist Vorsicht gefragt. Wer zu früh loslegt, kann Pflanzen schaden – und im schlimmsten Fall sogar gegen den Artenschutz verstoßen.

Heckenschnitt ab März stark eingeschränkt

Gerade beim Heckenschnitt sollten Gartenbesitzer im März besonders aufmerksam sein. Radikale Rückschnitte sind ab dem 1. März gesetzlich verboten. Das Bundesnaturschutzgesetz untersagt starke Eingriffe an Hecken und Gehölzen sowie das sogenannte „Auf-den-Stock-Setzen“ bis zum 30. September. Hintergrund ist vor allem der Schutz von brütenden Vögeln und anderen Tieren. Erlaubt bleiben lediglich leichte Form- und Pflegeschnitte, bei denen die Pflanzen nicht stark zurückgeschnitten werden.

Auch beim Aufräumen der Beete lohnt sich Geduld. Laub, Reisig und alte Pflanzenstängel wirken zwar auf den ersten Blick wie Gartenabfälle, tatsächlich dienen sie vielen Tieren aber noch als Winterquartier. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) empfiehlt deshalb, Laub nicht sofort vollständig zu entsorgen.

Als Laubhaufen oder Mulch kann es Insekten und Kleintieren wichtige Rückzugsorte bieten und gleichzeitig den Boden schützen. Besonders in Staudenbeeten überwintern zahlreiche Nützlinge in hohlen Pflanzenstängeln. Experten raten deshalb, das vollständige Abschneiden der Stauden besser erst gegen Ende März vorzunehmen.

Der Rasen wächst im März langsam wieder – mit dem ersten Mähen sollte man trotzdem noch etwas warten.
Der Rasen wächst im März langsam wieder – mit dem ersten Mähen sollte man trotzdem noch etwas warten.Zoonar/imago

Auch beim Rasen sollten Hobbygärtner im März nicht zu früh aktiv werden. Viele holen bereits den Vertikutierer hervor, um Moos und Filz zu entfernen. Fachleute empfehlen jedoch, damit noch zu warten.

Das Gartenmagazin „Mein schöner Garten“ rät, erst nach dem zweiten oder dritten Rasenschnitt zu vertikutieren. Je nach Region liegt der richtige Zeitpunkt meist zwischen Mitte April und Mitte Mai. Wer im März vertikutiert, riskiert, die Grasnarbe unnötig zu schwächen.

Nachtfrost und kalte Böden bremsen den Frühstart im Garten

Hinzu kommt, dass der Frühling oft trügerisch sein kann. Der Deutsche Wetterdienst weist darauf hin, dass im frühen März trotz milder Tage weiterhin leichter Nachtfrost möglich ist. Gerade junge Pflanzen können dadurch Schaden nehmen. Auch bei der Aussaat spielt nicht der Kalender die entscheidende Rolle, sondern vor allem die Bodentemperatur. Wenn der Boden noch zu kalt ist, keimen viele Samen nur langsam oder gar nicht.

Für frostempfindliches Gemüse wie Tomaten ist es im Freien ohnehin noch zu früh. Die Aussaat kann zwar ab Mitte März beginnen, in der Regel jedoch im Haus oder im Gewächshaus. Ins Beet kommen die Pflanzen meist erst nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn die Frostgefahr deutlich geringer ist.