Finanzratgeber

4300 Euro mehr: So tricksen Eltern beim Elterngeld

4300 Euro verschenkt? Diese Fehler machen viele Eltern beim Elterngeld.

Author - Sharone Treskow
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Warum es sich beim Elterngeldantrag lohnt, alles genau durchzurechnen.
Warum es sich beim Elterngeldantrag lohnt, alles genau durchzurechnen.Senivpetro/Imago

Die Diskussion um das Elterngeld sorgt aktuell für Verunsicherung, und das nicht ohne Grund. Seit der Einführung im Jahr 2007 wurde die Leistung nicht an die Inflation angepasst, gleichzeitig sind die Einkommensgrenzen zuletzt gesenkt worden. Viele Familien fragen sich daher: Reicht das Geld noch und wie kann ich möglichst viel herausholen? Diese Tipps zeigen: Wer sich genauer mit den Regeln beschäftigt, kann mehrere Tausend Euro mehr bekommen.

Elterngeld clever nutzen: So holen Familien mehr Geld raus

Viele Eltern greifen automatisch zum klassischen Basiselterngeld und verschenken damit bare Kohle. Je nach Planung der Elternzeit und eines möglichen Wiedereinstiegs in den Job kann eine Kombination aus Basiselterngeld und Elterngeld Plus deutlich mehr einbringen. Genau hier setzt auch ein neuer Online-Rechner von Finanztipp an, mit dem Eltern ihre individuelle Situation durchspielen können.

Immer mehr Eltern in Deutschland werden von Geldsorgen geplagt. (Symbolbild)
Immer mehr Eltern in Deutschland werden von Geldsorgen geplagt. (Symbolbild)Drobotdean/Magnific

Wie groß der finanzielle Unterschied sein kann, zeigen konkrete Beispiele. Bei einem Nettogehalt von 2200 Euro vor der Geburt und einem Wiedereinstieg nach sechs Monaten in Teilzeit mit 1100 Euro netto lohnt sich Elterngeld Plus deutlich mehr: Rund 4300 Euro zusätzlich sind hier möglich im Vergleich zum klassischen Modell.

Mehr Geld durch Planung: Unterschiede von Tausenden Euro möglich

„Viele Eltern entscheiden sich einfach für das klassische Basiselterngeld. Je nach geplantem Wiedereinstieg in den Job und Teilzeitgehalt kann Elterngeld Plus oder eine Kombination mit dem Basiselterngeld Familien insgesamt mehrere Tausend Euro mehr bringen“, sagt Dr. Britta Schön, Finanztip-Expertin für Recht.

Viele Mütter steigen nach ihrer Elternzeit wieder in Teilzeit ein. Hier kann sich Elterngeld Plus lohnen. (Symbolbild)
Viele Mütter steigen nach ihrer Elternzeit wieder in Teilzeit ein. Hier kann sich Elterngeld Plus lohnen. (Symbolbild)Freepik/Magnific

Ein weiteres Beispiel zeigt: Wer zunächst Basiselterngeld nutzt und nach dem Wiedereinstieg auf Elterngeld Plus wechselt, fährt oft am besten. Bei einem Einkommen von 2200 Euro vor der Geburt und 1500 Euro in Teilzeit ergibt sich ein Gesamtbetrag von 14.040 Euro – das sind rund 2700 Euro mehr als beim Basiselterngeld allein und etwa 1600 Euro mehr als beim reinen Elterngeld Plus.

Kein Unterschied im Höchstfall – aber Vorteile bei der Dauer

In manchen Fällen macht es dagegen keinen finanziellen Unterschied, welches Modell gewählt wird. Liegt das Einkommen vor der Geburt bei 2800 Euro und ein Elternteil kehrt nicht in den Job zurück, gibt es den Höchstsatz: Beim Basiselterngeld sind das 1800 Euro monatlich für zwölf Monate (insgesamt 21.600 Euro), beim Elterngeld Plus 900 Euro für 24 Monate – unterm Strich gleich viel Geld.

Der Unterschied liegt hier vor allem in der Auszahlung: Wer länger Unterstützung möchte, kann mit Elterngeld Plus die Zahlungen strecken, ohne weniger zu bekommen. Grundsätzlich liegt das Elterngeld zwischen 300 und maximal 1800 Euro pro Monat, je nach vorherigem Einkommen.

Man hat einen maximalen Anspruch von 1800 Euro Elterngeld im Monat. (Symbolbild)
Man hat einen maximalen Anspruch von 1800 Euro Elterngeld im Monat. (Symbolbild)Prostooleh / Magnific

Zusätzliche Stellschrauben gibt es ebenfalls: So kann etwa die Wahl der Steuerklasse den Anspruch erhöhen. „Verheiratete Paare können ihren Anspruch zusätzlich erhöhen, indem der betreuende Elternteil so früh wie möglich in Steuerklasse 3 wechselt“, so Schön. Allerdings lohnt sich das vor allem für Einkommen unter 2770 Euro netto. Klar ist: Wer sich früh informiert und seine Situation durchrechnet, kann beim Elterngeld deutlich mehr herausholen und sich so finanziell besser absichern.

Haben Sie schon einmal Elterngeld bezogen – wenn ja, wie viel? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.