Zahlen vom Finanzministerium

Großer Überblick: Ab diesem Einkommen gelten Sie als reich!

Gelten Sie als Gut-Verdiener oder doch als Normal-Verdiener? Hier können Sie den Check machen!

Author - Sharone Treskow
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Zu welcher Einkommensklasse gehören Sie? Das Finanzministerium hat aktuelle Zahlen veröffentlicht (Symbolbild).
Zu welcher Einkommensklasse gehören Sie? Das Finanzministerium hat aktuelle Zahlen veröffentlicht (Symbolbild).Lev Dolgachov/imago

Mitten in der politischen Debatte über Steuerentlastungen legt das Bundesfinanzministerium neue Zahlen vor – und die haben es in sich. Die frisch veröffentlichte „Datensammlung zur Steuerpolitik 2026“ zeigt detailliert, wie Einkommen in Deutschland verteilt sind und ab wann Steuerpflichtige zu den obersten Einkommensgruppen zählen. Besonders im Fokus: die Frage, ab welchem Einkommen man wirklich zu den Reichen gehört – und wer den Großteil der Steuern zahlt.

Sie sind die absoluten Top-Verdiener

Nach den aktuellen Angaben zählt zum obersten Prozent der Steuerpflichtigen, wer ein jährliches Bruttoeinkommen von mehr als 295.299 Euro erzielt, das sind rund 24.608 Euro pro Monat. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Einkommensgrenze um etwa 400 Euro gestiegen.

Wer 24.608 Euro im Monat verdient, zählt zum obersten einen Prozent Deutschlands (Symbolbild).
Wer 24.608 Euro im Monat verdient, zählt zum obersten einen Prozent Deutschlands (Symbolbild).Unai Huizi/imago

Diese besonders gut Verdienenden leisten einen überdurchschnittlich hohen Beitrag: Sie stemmen 24,6 Prozent des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens und zahlen zudem nahezu zwei Drittel des Solidaritätszuschlags. Den Soli müssen seit 2021 ohnehin fast ausschließlich Spitzenverdiener, bestimmte Unternehmen sowie Kapitalanleger entrichten. Dabei gilt: Zusammen veranlagte Ehepaare oder eingetragene Lebenspartnerschaften werden steuerlich als eine einzige steuerpflichtige Person behandelt.

Immer noch top: Die obersten zehn Prozent

Bereits deutlich darunter beginnt die Gruppe der obersten zehn Prozent, die Spitzen-Verdiener. Wer mindestens 111.491 Euro brutto im Jahr verdient – das entspricht etwa 9291 Euro monatlich –, gehört dazu. Auch diese Einkommensgruppe trägt einen Großteil der Steuerlast.

Als Spitzenverdiener gilt man mit 9291 Euro monatlich (Symbolbild).
Als Spitzenverdiener gilt man mit 9291 Euro monatlich (Symbolbild).Ron Chapple Stock/imago

Insgesamt kommen diese Spitzenverdiener auf 56,9 Prozent des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens, ein Wert, der nahezu dem Niveau des Vorjahres entspricht (56,3 Prozent). Hinzu kommt, dass sie etwa 97 Prozent des Solidaritätszuschlags zahlen.

So viel kriegen Gutverdienende und Besserverdiener

Gehören sie zu den Gutverdienenden? In diesen Bereich fällt man, wenn man mindestens 6530 Euro brutto im Monat verdient. Ab 6709 Euro zählt man „nur noch“ als Besserverdiener – für diese Kategorie muss man mindestens 4540 Euro im Monat kassieren.

Sind Sie ein Mittelverdiener? Hier liegt die Grenze

Als Normalverdiener darf man sich mit einem monatlichen Brutto-Einkommen zwischen 3725 Euro und 4104 Euro bezeichnen. Am anderen Ende der Skala steht die „untere Hälfte der Steuerpflichtigen“: Der Mittelverdiener folgt mit einem Brutto-Einkommen von 2750 Euro bis 3381 Euro im Monat.

Gehören Sie zur oberen oder unteren Hälfte der Steuerpflichtigen?
Gehören Sie zur oberen oder unteren Hälfte der Steuerpflichtigen?Sabine Gudath/Imago

Wer laut Bundesfinanzministerium höchstens 2435 Euro im Monat verdient, fällt in die Gruppe der Niedrigverdiener. Ihr Anteil am Lohn‑ und Einkommensteueraufkommen beträgt lediglich 6,5 Prozent. Als Geringverdiener gilt man dann mit einem Lohn von 1538 bis 1849 Euro brutto im Monat.

Was machen diese Zahlen mit der Steuerreform?

Die zugrunde liegenden Zahlen werden jährlich erhoben und basieren auf einer Stichprobe aus dem Jahr 2021, die fortgeschrieben wurde. Hintergrund ist, dass Steuererklärungen oft erst Jahre später eingereicht werden und somit belastbare Daten nur zeitverzögert vorliegen.

In den vergangenen Monaten haben verschiedene Abteilungen des Bundesfinanzministeriums die Tabellen gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt, der Bundesbank und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) aktualisiert.

 Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil (SPD). Der Bundesrat hat die 1000-Euro-Prämie wieder gestoppt.
Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil (SPD). Der Bundesrat hat die 1000-Euro-Prämie wieder gestoppt.dts Nachrichtenagentur/imago

Die Ergebnisse dürften nun Einfluss auf die laufenden Gespräche über eine Steuerreform nehmen. Beim Koalitionsausschuss im Kanzleramt wird unter anderem über steuerliche Entlastungen und den Bundeshaushalt beraten. Erst vor einem Monat war eine steuerfreie 1000-Euro-Prämie für Arbeitnehmer als Ausgleich für hohe Energiekosten beschlossen worden – diese wurde jedoch vom Bundesrat gestoppt und ist nun unsicher.

Gehören Sie zur oberen oder unteren Hälfte der Steuerpflichtigen? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.