Es läuft nicht für Armin Laschet.  Imago/Chris Emil Janssen

Gut einen Monat vor der Bundestagswahl wächst einer neuen Umfrage zufolge der Wunsch nach einer SPD-geführten Regierung: Bei der Frage, wer die nächste Regierung führen sollte, liegen die Unionsparteien und die SPD im Deutschlandtrend für das ARD-Morgenmagazin nun mit je 30 Prozent gleichauf. Dabei verlor eine CDU/CSU-Regierung fünf Prozentpunkte an Zustimmung gegenüber Anfang August, eine Koalition unter SPD-Führung konnte indes sechs Punkte hinzugewinnen. Ein von den Grünen geführtes Kabinett bevorzugen 15 Prozent.

41 Prozent für Kanzler Olaf Scholz

Bei einer Direktwahl würden sich der Umfrage zufolge derzeit 41 Prozent der Deutschen für SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz entscheiden. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als Anfang August. 16 Prozent – und damit vier Punkte weniger als zuvor – wollen Unionskandidat Armin Laschet von der CDU im Kanzleramt sehen. Annalena Baerbock von den Grünen unterstützen rund zwölf Prozent – ein Minus von vier Punkten.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat Rückenwind im Wahlkampf. dpa/Kay Nietfeld

Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union dem ARD-Deutschlandtrend zufolge auf 23 Prozent, die SPD wäre mit 21 Prozent zweitstärkste Kraft. Für die Grünen würden 17 Prozent der Wähler stimmen, für die FDP 13 Prozent. Die AfD käme auf elf Prozent, die Linke auf sieben.

Im Vergleich zum Deutschlandtrend vom 5. August gewinnt die SPD den Angaben zufolge drei Prozentpunkte und erreicht damit den höchsten Wert seit Januar 2018. Die Union verliert vier Prozentpunkte, womit sie auf den niedrigsten Wert seit Mai dieses Jahres fällt. Die Grünen verlieren zwei Prozentpunkte und landen auf dem niedrigsten Wert seit August 2020.

Armin Laschet zeigt keine Selbstzweifel

Laschet zeigte angesichts der jüngsten Umfrageentwicklungen keine Selbstzweifel. Auf die Frage, ob nicht doch Markus Söder von der CSU der bessere Unionskandidat gewesen wäre, antwortete er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitagsausgabe) mit einem klaren „Nein“. Er fügte aber hinzu: „Wir müssen alles dafür tun, dass die nächste Regierung von der Union geführt werden kann. Gerade in Krisenzeiten waren CDU und CSU Garanten von Stabilität.“

Rücktrittsforderung auf Sitzung

Doch so einige Parteikollegen bezweifeln offenbar, dass mit Laschet dieses Ziel erreicht werden könnte. Bei der virtuellen Sitzung der CDU/CSU-Fraktion hat die Düsseldorfer CDU-Abgeordnete Sylvia Pantel Laschet aufgefordert, „die Konsequenzen zu ziehen, wenn in zwei Wochen die Umfragewerte nicht besser werden“, berichtet Bild.

Wie die Zeitung aus Teilnehmerkreisen erfuhr, habe Pantel an die Verantwortung Laschets für die gesamte Union appelliert und diesen unmissverständlich zum Rückzug von der Spitzenkandidatur aufgefordert. „Es ist besser, kurz und schmerzhaft zu reagieren, als gemeinsam unterzugehen“, wird Pantel zitiert. Laut dem Bericht soll der Abgeordnete Axel Müller (58, CDU) ihr beigepflichtet haben:  „Mit einem Wort: Es ist beschissen!“