Ukrainische Soldaten in Schutzanzügen verladen die Leichen der Soldaten in die Kühlwaggons.
Ukrainische Soldaten in Schutzanzügen verladen die Leichen der Soldaten in die Kühlwaggons. AP

Die Bilder von den mörderischen Angriffen auf Zivilisten der Ukraine sind um die Welt gegangen. Doch die völkerrechtswidrige Invasion des Landes durch Russland hat noch eine weitere Dimension des Schreckens. Auch das Leben der eigenen Soldaten bedeutet der russischen Armee offenbar wenig: Die oftmals jungen und unerfahrenen Kämpfer werden als Kanonenfutter verheizt. Die ukrainische Seite spricht inzwischen von mehr als 22.000 toten russischen Soldaten, Moskau hat nur einen Bruchteil von dieser Zahl bislang eingeräumt.

Russische Propaganda zeigt Bilder von „Überlebenden“, doch eine Mutter erkennt ihren toten Sohn

Doch die Kreml-Propaganda verwickelt sich immer häufiger in Widersprüche: So erkannte die Mutter eines Soldaten ihren Sohn auf einem Bild, das die angeblich Überlebenden des versenkten Schlachtschiffes Moskwa zeigen sollte. Zuvor war ihr die Nachricht von dessen Tod offiziell bestätigt worden.

Es gibt bezeugte Berichte von ganzen Leichenbergen in zuvor von Russland zeitweise eroberten Orten, die dann von der Ukraine zurückerobert wurden. Offenbar war der russischen Armee nicht daran gelegen, die eigenen Gefallenen in Würde zu bestatten oder zu ihren Familien zu überführen.

Hunderte russische Gefallene in Leichensäcken zurück auf dem Weg zu ihren Familien

Nun hat sich die Ukraine zu einem drastischen Schritt entschlossen: Die Armee des Landes schickt die toten russischen Soldaten zurück in ihre Heimat. Soldaten in weißen Schutzanzügen, Masken und Handschuhen verluden die Leichen, gehüllt in beigefarbene Leichensäcke, nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew in Waggons. Diese sind ausgestattet mit Kühlaggregaten. Die Waggons sollten auf den Weg nach Russland geschickt werden zu den Familien der Gefallenen.

Damit löst die Ukraine zunächst ein praktisches Problem: Wohin mit den tausenden Toten, die man ja auch nicht im eigenen Land bestatten will. Mehr als dies ist es jedoch das Signal, das die Ukraine an Russland sendet: Gescheitert ist dessen Plan, die Ukraine im Sturm zu erobern, stattdessen endet der Überfall auf die Ukraine in einem Blutbad der eigenen Truppen. Es sind Bilder, die nun um die Welt gehen. Die Kreml-Zensoren werden alles in Bewegung setzen, damit die eigene Bevölkerung sie nicht sehen wird. Und wenn sich die schlechten Nachrichten sich dennoch verbreiten, wird die Propaganda die Bilder umdichten oder als „Fake“ bezeichnen. Denn die Leichen mit ihren tödlichen Verletzungen sind ja nicht zu erkennen, sie liegen in den Leichsäcken.