Krieg im Nahen Osten

Drohnenangriff auf Urlaubsinsel Zypern: Militärstützpunkt bei Limassol getroffen

London spricht von „zunehmend wahllosen iranischen Vergeltungsangriffen“. Der EU-Inselstaat weist die Berichte zurück.

Author - Tobias Esters
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Kriegsschiffe aus Griechenland, Italien, Zypern und Frankreich bei einer gemeinsamen Militärübung im östlichen Mittelmeer.
Kriegsschiffe aus Griechenland, Italien, Zypern und Frankreich bei einer gemeinsamen Militärübung im östlichen Mittelmeer.Str/Griechisches Verteidigungsministerium

Auf der EU-Urlaubsinsel Zypern ist eine Drohne auf einen britischen Militärstützpunkt eingeschlagen. Die britische Luftwaffe hilft im Nahen Osten beim Abfangen iranischer Raketen und Drohnen, zwei Basen auf Zypern sollen deshalb ins Visier geraten sein. 

Drohne trifft Basis bei Limassol

Auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri nahe Limassol ist in der Nacht zum Montag eine mutmaßliche Drohne eingeschlagen. Das bestätigte das Verteidigungsministerium in London laut der Nachrichtenagentur PA. Verletzte gab es nach ersten Angaben nicht. Der Sachschaden soll gering sein.

Die „kleine Drohne“ sei kurz nach Mitternacht auf dem Flugfeld eingeschlagen, berichtete das zyprische Nachrichtenportal „Cyprus Mail“. Auch die Zeitung „Politis“ veröffentlichte Videoaufnahmen von außerhalb des Geländes. Darauf sind deutlich Alarmsirenen zu hören. Anwohner erhielten eine Notfallwarnung auf ihr Handy. Die Botschaft: „Es besteht eine anhaltende Sicherheitsbedrohung.“

Ein Kampfflugzeug der Royal Air Force beim Start vom Stützpunkt Akrotiri (Archivbild).
Ein Kampfflugzeug der Royal Air Force beim Start vom Stützpunkt Akrotiri (Archivbild).Sgt Lee Goddard/Royal Air Force

Mitarbeiter der Basis wurden angewiesen, Gebäude nicht zu verlassen, sich von Fenstern fernzuhalten und Schutz hinter schweren Möbeln zu suchen. Straßen rund um den Militärstützpunkt wurden gesperrt. Laut „Politis“ starteten nach der Explosion zwei Eurofighter-Typhoon-Kampfjets der Royal Air Force sowie ein Tankflugzeug.

Wer die Drohne abgefeuert hat, ist bislang unklar. Die zyprische Regierung sprach von einer „unbemannten Drohne“, die nur geringen Schaden verursacht habe. In enger Zusammenarbeit mit der britischen Regierung beobachte man die Lage genau. Der Nationale Sicherheitsrat tage ununterbrochen weiter.

Zypern dementiert iranische Raketen

Zyperns Regierung wies zudem Berichte zurück, wonach iranische Raketen in Richtung der Insel abgefeuert worden seien. Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis schrieb auf der Plattform X, entsprechende Darstellungen träfen nicht zu.

Der Vorfall steht im Zusammenhang mit der angespannten Lage im Nahen Osten. Großbritannien beteiligt sich nach eigenen Angaben an einem defensiven Militäreinsatz gegen den Iran. Verteidigungsminister John Healey warnte vor „zunehmend wahllosen iranischen Vergeltungsangriffen“. Dem britischen Sender Sky News sagte er, es seien zwei iranische Raketen in Richtung Zypern abgefeuert worden.

London spricht von Verteidigungsreaktion

Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums erklärte dem Radiosender LBC: „Unsere Streitkräfte reagieren um Mitternacht Ortszeit auf einen mutmaßlichen Drohnenangriff [...]. Die Basis hat reagiert, um unsere Menschen zu verteidigen.“

Am Samstagmorgen hatten Israel und die USA koordinierte Raketenangriffe gegen Ziele im Iran gestartet. Teheran griff im Gegenzug mehrere US-Militärstützpunkte in der Golfregion an.

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