Frost hat die Blüte einer Lenzrose bedeckt. dpa/Hauke-Christian Dittrich

Nanu, ist denn schon Frühling? Tatsächlich beginnt die neue Jahreszeit für Meteorologen bereits am 1. März, während der kalendarische Frühling erst am 20. März startet. So hängen wir jetzt quasi zwischen Winter und Frühling, und genau dies spiegelt sich in der aktuellen Wettersituation. Hoch Kai verwöhnt uns mit prallem Sonnenschein, aber nachts rauschen die Temperaturen rasant in den Keller. Tiefsttemperaturen von bis zu minus sieben Grad erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Nacht zu Dienstag, und auch in den nachfolgenden Nächten schwächt sich der Frost nur langsam ab.

Nach Mild-Winter startet Frühling in Berlin und Brandenburg viel zu trocken

Viel Sonnenschein, kein Regen: Dieser Trend ist keine Eintagsfliege, denn auf Hoch Kai folgt sogleich das nächste Sonnenhoch Lino. So nach und nach tasten sich die Höchstwerte in den kommenden Tagen nach oben: Bis zu acht Grad sind am Dienstag und Mittwoch immerhin drin, danach gehen die Höchstwerte wieder leicht zurück, doch kommende Woche könnte der Durchbruch Richtung Frühling mit zweistelligen Höchstwerten klappen. „Wir haben eben erst Anfang März, da ist das völlig normal“, ordnet Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net die Wetterlage ein. Dabei wurden in Nordrhein-Westfalen am Montag bis zu 13 Grad erreicht, solche Frühlingswerte könnten im Osten in wenigen Tagen auch gemessen werden. „Die Natur ist vielfach ihrer Zeit rund 6 Wochen voraus“, so Diplom-Meteorologe Jung.

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Hinter uns liegt einer der mildesten Winter, die jemals gemessen wurden. „In vielen Regionen war der Winter mal wieder ein Totalausfall“, so Dominik Jung. Und vor uns liegt ein Frühling, der Langfrist-Prognosen zufolge warm und wohl viel zu trocken ausfallen dürfte. „Bis zum Sonntag ist kein Niederschlag in Sicht“, erwartet der Wetterexperte. Geradezu schwindelerregende Achterbahn-Aussichten kalkulieren die Supercomputer der Wetterinstitute derzeit für den weiteren Trend: „Das europäische Wettermodell und das US-Wettermodell der NOAA rechnen vorübergehend mit einer weiteren Abkühlung auf Tageswerte um fünf Grad“, so Dominik Jung. Dann könnte es in mittleren und höheren Lagen sogar nochmal Schneeflocken geben. Das US-Wettermodell errechnet sogar einen Wintereinbruch mit Schnee- und Graupelschauern bis in die tieferen Lagen – doch Dominik Jung hält das für unrealistisch.

Achterbahn-Vorhersage: Nach Wintereinbruch bis zu 20 Grad?

Doch unmittelbar darauf ginge es in die entgegengesetzte Richtung: „Die Wetterlage direkt wieder umstellen und wir würden uns Richtung 15- oder sogar 20-Grad-Marke bewegen.“ Was für ein Wahnsinns-Hin-und-Her! Aber ein Faktor zieht sich kontinuierlich durch den Monat: Niederschläge sind nicht in Sicht. Die Temperaturentwicklung hat erhebliche Auswirkungen für die Natur: Die wird in den kommenden Tagen trotz der kalten Nächte aufblühen. „ In einigen Regionen blühen jetzt schon Pflanzen, die eigentlich erst Anfang bis Mitte April dran wären“, so Dominik Jung weiter.

„Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Wochen wage ich mal die persönliche Prognose, dass es nicht zu einer markanten Abkühlung kommen wird und auch nicht zu Schneeschauern bis in tiefe Lagen.“ Das sei im Winter schon häufiger berechnet worden und sei nicht eingetreten. Viel wahrscheinlicher sei, dass sich das derzeitige ruhige Hochdruckwetter fortsetzt.