Wenn's so weitergeht, können wir uns bald wohl wieder an Schneeglöckchen erfreuen.
Wenn's so weitergeht, können wir uns bald wohl wieder an Schneeglöckchen erfreuen. dpa/Waltraud Grubitzsch

Ist der Winter bei uns etwa schon vorbei? Könnte man jedenfalls denken bei den herrschenden Temperaturen! Winterfans müssen ihre Hoffnungen auf eine weiße Pracht inklusive Skivergnügen wohl langsam begraben.

Es ist viel zu warm, „Deutschland blüht bereits auf. Die sehr milde Westwetterlage erweckt die Natur aus dem Winterschlaf. Die ersten Haselpollen fliegen schon seit Tagen, die Knospen treiben aus, Schneeglöckchen und Krokusse sind ebenfalls schon gesichtet worden. Es ist eine krasse Wetterentwicklung. Silvester und Neujahr brachten Rekordtemperaturen“, konstatiert Diplom-Meteorloge Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met (www.qmet.de), gegenüber dem Wetterportal wetter.net (www.wetter.net).

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Und bei den gefühlten Frühlingstemperaturen wird es vorerst wohl auch bleiben. In Deutschland ist definitiv kein Winterwetter bis Ende Januar - die längsten Wetterprognosen rechnen nun schon bis zu 22. Januar - in Sicht. Schnee und Eis? Fehlanzeige! Ein paar verirrten Flocken ganz oben in den Mittelgebirgen werden für Winterlandschaften aber kaum ausreichen.

Winterwetter: Bringt der Februar den Umschwung?

Der US-Wetterdienst NOAA sagte schon im vergangenen Sommer einen sehr warmen Winter vorher, sogar ein rekordwarmer Winter schien möglich. Aktuell müssen wir feststellen, dass diese Prognose offenbar nicht so weit weg von der Realität lag. Dabei dachte man Anfang Dezember es käme vielleicht doch alles anders. Doch diese kurze winterliche Episode ist längst vorbei und selbst der Dezember ist nun rund 1 Grad wärmer als das Klimamittel geworden. Für den Januar erwartet NOAA nun eine Abweichung von 3 Grad über dem Klimamittel. Wenn es allerdings bei der Prognose der kommenden 10 bis 14 Tage bleibt, könnte es auch ein um 4 Grad zu warmer Januar werden.

Aber Achtung. Es gibt da noch den Februar. Der kann natürlich auch nochmal kalte Tage oder Wochen bringen. Doch auch hier rechnen die Langfristwettermodelle mit einem um 2 Grad zu warmen Monat. Es scheint so, als würden wir trotz Energiekrise recht problemlos durch den Winter 2022/23 kommen, nochmal mit einem blauen Auge“ meint Diplom-Meteorloge Dominik Jung.