Pornografie gilt in vielen Ländern noch immer als Männerdomäne. Doch ein Blick auf die Philippinen zeigt ein ganz anderes Bild. Dort nutzen auffallend viele Frauen Pornoplattformen – mehr als in jedem anderen Land der Welt.
Das zeigen jüngste Statistiken der Plattform Pornhub. Demnach sind rund zwei Drittel der Nutzer auf den Philippinen weiblich. Damit liegt das Land deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. International beträgt der Frauenanteil beim Pornokonsum knapp 40 Prozent – in Deutschland sogar nur etwa ein Viertel.
Digitalisierung verändert den Umgang mit Sexualität
Ein zentraler Grund für den hohen Pornokonsum von Frauen auf den Philippinen liegt laut Sabrina Gacad, Professorin für Gender Studies an der University of the Philippines in Manila, im gesellschaftlichen Wandel des Landes. In Fragen der Geschlechtergleichheit habe es in den vergangenen Jahren spürbare Veränderungen gegeben – etwa beim Zugang zu Bildung, Technologie und Arbeitsmarkt, aber auch bei den gesellschaftlichen Werten.

Das zeigt auch ein weiterer Fakt. Die Philippinen schneiden im internationalen Vergleich bei der Geschlechtergleichstellung relativ gut ab. Im World Gender Gap Report des Weltwirtschaftsforums liegt das Land auf Platz 25 – vor Staaten wie den USA oder den Niederlanden. Bildung, Berufschancen und digitale Teilhabe sind für Frauen vergleichsweise gut zugänglich. Der Gedanke, dass Frauen eigene sexuelle Bedürfnisse haben, ist gesellschaftlich akzeptierter als noch vor einigen Jahrzehnten.
Neue Formate sprechen Frauen gezielt an
Parallel dazu hat sich auch die Pornoindustrie selbst enorm verändert. Statt harter Klischees setzen viele neue Pornoformate auf Nähe und echte Menschen mit unterschiedlichen Körpern. Inhalte richten sich längst nicht mehr ausschließlich an ein männliches Publikum. Studien weisen zudem darauf hin, dass Frauen keineswegs nur „sanfte“ Inhalte bevorzugen, sondern häufig gezielt nach vielfältigen, auch expliziten Szenarien suchen.




