Bork Melms steht im Beast am Alexanderplatz, Mikro in der Hand, Sneaker auf der kleinen Bühne. Vor ihm: weiße Tischdecken, drei Gänge, gedämpftes Rot an den Holzwänden. Vor Jahren standen vor ihm 1500 Leute im „Goya". Beides ist Berlin – und beides macht er bis heute.
Party-Macher, jetzt auch Dinner-Gastgeber
Wer das Nachtleben kennt, kennt den Namen Melms und seine „Propaganda"-Reihe. Die läuft weiter: zurück im Weekend Club am Alex, alle zwei Monate, dazu Straßenfest im Regenbogenkiez und das Boot auf der Spree zum CSD. Obendrauf eine queere Agentur und im richtigen Leben ein Job als Hoteldirektor, der dann einige Hobbys finanziert. Neu im Repertoire: ein 3-Gänge-Menü mit Show. „Ich möchte Menschen verbinden, zusammenbringen, vernetzen", sagt er. Wer miteinander rede, zeige eher Verständnis. So sieht er das.

Zweite Auflage, 300 Plätze
Sein jüngstes Projekt: das Pink Pride Dinner. Am Freitag, 24. Juli, geht die queere Dinnershow im Beast in die zweite Runde. 2025 war Berlin die Premiere – 270 Plätze. Diesmal sind es rund 300. Einlass 18.30 Uhr, Start 19.30, getanzt wird bis drei. Tags darauf, am 25. Juli, steigt im Weekend gleich die Propaganda-Pride-Party. Der Mann ruht selten.
Leicht ist das nicht. Sponsoren sind weniger geworden, sagt Melms; Firmen hätten Budgets für queere Projekte gestrichen oder gekürzt. Schutzräume schließen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar", sagt er – und stemmt den Abend trotzdem.
Das Ticket, das teurer ist
Und dann ist da das Sozialticket. 85 Euro – mehr als das normale. Wer es kauft, sitzt nicht selbst am Tisch: Die Karte geht über Vereinspartner an Gäste, die sich den Abend sonst nicht leisten könnten. 2025 ging so jedes zwanzigste Ticket weg. Neu in diesem Jahr: Schirmherr Jeldos Stecker übergibt einen Scheck über 250 Euro plus Extras an ein queeres Projekt. Welches, entscheidet im Juli eine Online-Umfrage.

