Queere Dinnershow am Alex

Pink Pride Dinner: Drag, Dinner und Tanz bis drei – die Pride-Woche startet am Beast

Bork Melms füllt seit über 20 Jahren Berlins Tanzflächen – und tut es weiter. Jetzt lädt der Party-Macher zusätzlich zum Pink Pride Dinner ins Beast am Alexanderplatz, mit weißen Tischdecken neben der Tanzfläche.

Author - Daniel Cremer
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Bork Melms singt mit Mikrofon auf der kleinen Bühne im Restaurant Beast beim Pink Pride Dinner in Berlin
Bork Melms singt mit Mikrofon auf der kleinen Bühne im Restaurant Beast beim Pink Pride Dinner in BerlinDaniel Cremer

Bork Melms steht im Beast am Alexanderplatz, Mikro in der Hand, Sneaker auf der kleinen Bühne. Vor ihm: weiße Tischdecken, drei Gänge, gedämpftes Rot an den Holzwänden. Vor Jahren standen vor ihm 1500 Leute im „Goya". Beides ist Berlin – und beides macht er bis heute.

Party-Macher, jetzt auch Dinner-Gastgeber

Wer das Nachtleben kennt, kennt den Namen Melms und seine „Propaganda"-Reihe. Die läuft weiter: zurück im Weekend Club am Alex, alle zwei Monate, dazu Straßenfest im Regenbogenkiez und das Boot auf der Spree zum CSD. Obendrauf eine queere Agentur und im richtigen Leben ein Job als Hoteldirektor, der dann einige Hobbys finanziert. Neu im Repertoire: ein 3-Gänge-Menü mit Show. „Ich möchte Menschen verbinden, zusammenbringen, vernetzen", sagt er. Wer miteinander rede, zeige eher Verständnis. So sieht er das.

Drag Queen Melli Magic mit blonder Lockenperücke und glitzerndem Zickzack-Kleid am Mikrofonständer beim Pink Pride Dinner im Beast Berlin
Drag Queen Melli Magic mit blonder Lockenperücke und glitzerndem Zickzack-Kleid am Mikrofonständer beim Pink Pride Dinner im Beast BerlinDaniel Cremer

Zweite Auflage, 300 Plätze

Sein jüngstes Projekt: das Pink Pride Dinner. Am Freitag, 24. Juli, geht die queere Dinnershow im Beast in die zweite Runde. 2025 war Berlin die Premiere – 270 Plätze. Diesmal sind es rund 300. Einlass 18.30 Uhr, Start 19.30, getanzt wird bis drei. Tags darauf, am 25. Juli, steigt im Weekend gleich die Propaganda-Pride-Party. Der Mann ruht selten.

Leicht ist das nicht. Sponsoren sind weniger geworden, sagt Melms; Firmen hätten Budgets für queere Projekte gestrichen oder gekürzt. Schutzräume schließen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar", sagt er – und stemmt den Abend trotzdem.

Das Ticket, das teurer ist

Und dann ist da das Sozialticket. 85 Euro – mehr als das normale. Wer es kauft, sitzt nicht selbst am Tisch: Die Karte geht über Vereinspartner an Gäste, die sich den Abend sonst nicht leisten könnten. 2025 ging so jedes zwanzigste Ticket weg. Neu in diesem Jahr: Schirmherr Jeldos Stecker übergibt einen Scheck über 250 Euro plus Extras an ein queeres Projekt. Welches, entscheidet im Juli eine Online-Umfrage.

Drag-Performer in violettem Rüschenkostüm trinkt während des Auftritts aus einer Flasche, Gäste im Hintergrund beim Pink Pride Dinner Berlin
Drag-Performer in violettem Rüschenkostüm trinkt während des Auftritts aus einer Flasche, Gäste im Hintergrund beim Pink Pride Dinner BerlinDaniel Cremer

Durch den Abend führen die beiden Drag Queens Melli Magic und Mataina. Auf der Bühne: Nikita Vegas, die großartigen Männer von Duotone, Patrick Thomalla alias Tiffany (Gesang und Comedy), dazu Stella Destroy am Plattenteller. Auf dem Teller: geschmorter Wagyu oder vegan. Tickets ab 59 Euro – Frühbucher nur noch bis 28. Juni –, danach 69 Euro, VIP 79 Euro, Partyticket ab 22 Uhr 20 Euro.

Am 24. Juli wird wieder angestoßen und Flagge gezeigt. Diesmal auf 300 Plätzen.