Wird das Geheimnis gelüftet?

Toter Fabian aus Güstrow: Rätsel ungelöst – er nahm die Antwort mit ins Grab

Bald soll das Verfahren gegen die Hauptverdächtige im Fall Fabian aus Güstrow starten. Viele warten darauf, dass dann auch diese Frage geklärt wird.

Author - Florian Thalmann
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Nach dem Tod des kleinen Fabian veröffentlichte die Polizei auch ein gruseliges Foto - es zeigt ein Feuer am Rand des Tümpels, an dem die Leiche gefunden wurde. Werden die sterblichen Überreste des Jungen hier verbrannt? Es gibt im Fall Fabian aus Güstrow noch einige ungelöste Rätsel.
Nach dem Tod des kleinen Fabian veröffentlichte die Polizei auch ein gruseliges Foto - es zeigt ein Feuer am Rand des Tümpels, an dem die Leiche gefunden wurde. Werden die sterblichen Überreste des Jungen hier verbrannt? Es gibt im Fall Fabian aus Güstrow noch einige ungelöste Rätsel.Bernd Wüstneck/dpa, Polizei

Der Tod des kleinen Fabian aus Güstrow ist jetzt knapp ein halbes Jahr her – am 10. Oktober 2025 wurde der Junge getötet, seine Leiche an einem Tümpel bei Klein Upahl verbrannt. Doch Ruhe kehrt in dem Fall noch lange nicht ein. Bis Ende April will das Gericht das Hauptverfahren gegen die Ex-Partnerin von Fabians Vater eröffnen. Die Staatsanwaltschaft ist sicher, dass die 29-Jährige etwas mit dem Mord an Fabian zu tun hat. Wird im Prozess auch das wohl größte Rätsel um den Fall gelöst? Die Antwort darauf kennen nur der Täter oder die Täterin und der kleine Fabian – und er nahm sie mit ins Grab.

Großes Rätsel im Fall Fabian noch immer ungelöst

Momentan sitzt die 29-Jährige, die des Mordes beschuldigt wird, noch in Untersuchungshaft – auf Nachfrage des KURIER beim zuständigen Landgericht Rostock hieß es zuletzt, dass das Verfahren bis Ende April eröffnet werden soll. Schon jetzt ist klar, dass das Interesse an dem Mordprozess riesig wird: Berichten zufolge sollen die Plätze im Gerichtssaal für Pressevertreter sogar verlost werden. Denn jeder will wissen, welche Geheimnisse im Prozess noch ans Licht kommen.

Bisher geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die Ex-Partnerin von Fabians Vater die Täterin ist. Sie soll am 10. Oktober zum Haus von Fabians Mutter gefahren sein und den Jungen unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt haben. Denn Fabian sollte die Wohnung an jenem Tag eigentlich nicht verlassen.

Er hatte am Tag zuvor an Nasenbluten gelitten, sollte sich zu Hause ausruhen. Fabians Mutter Dorina L. schickte ihn deshalb auch nicht in die Schule. Als sie am Abend nach Hause kam, war Fabian weg.

Anfang November wurde die Ex-Freundin von Fabians Vater festgenommen, seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft. Hat sie wirklich etwas mit der Tat zu tun?
Anfang November wurde die Ex-Freundin von Fabians Vater festgenommen, seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft. Hat sie wirklich etwas mit der Tat zu tun?Philip Dulian/dpa

Es ist das wohl größte Rätsel im Fall Fabian aus Güstrow: Was genau sagte die Täterin oder der Täter, um Fabian aus dem Haus zu locken? Darüber können auch die Ermittler bisher nur spekulieren. „Den Vorwand kannten vermutlich nur zwei Personen“, sagte der zuständige Staatsanwalt Harald Nowack in einem Interview. „Die eine will ihn nicht nennen, und der andere kann ihn nicht mehr nennen.“

Es ist einer der Gründe, warum viele die Ex-Partnerin von Fabians Vater für die Täterin halten: Sie hatte laut Berichten ein gutes Verhältnis zu Fabian – der Junge muss ihr vertraut haben.

Auch das Rätsel um die Tatwaffe ist noch nicht gelöst

Zu den bisher ungelösten Rätseln gehört allerdings auch die Tatwaffe. Die Ermittler gaben zwar bereits bekannt, dass Fabian mit einem Messer getötet wurde. Wo genau die Mordwaffe ist, ist bisher vollkommen unklar. Nach dem Fund der Leiche wurde der Tümpel, an dessen Ufer Fabians Körper abgelegt wurde, ausgepumpt und der Untergrund auch mithilfe von Metalldetektoren untersucht.

Zuletzt gab es Anfang Dezember Durchsuchungen im unmittelbaren Umkreis des Tatortes. Doch auch diese verliefen ohne Ergebnis. „Das Messer wurde noch immer nicht gefunden“, sagte Staatsanwalt Harald Nowack zuletzt.

Trotz mehrerer Durchsuchungen auf dem Gelände rund um den Fundort von Fabians Leiche konnte die Tatwaffe nicht gefunden werden. Zuletzt war die Polizei hier Anfang Dezember aktiv.
Trotz mehrerer Durchsuchungen auf dem Gelände rund um den Fundort von Fabians Leiche konnte die Tatwaffe nicht gefunden werden. Zuletzt war die Polizei hier Anfang Dezember aktiv.Bernd Wüstneck/dpa

Werden diese Geheimnisse im Prozess schon bald ans Licht kommen – und steckt wirklich die Ex-Freundin von Fabians Vater hinter der Tat? Momentan glauben die Ermittler daran: Die 29-Jährige soll mit Fabian am 10. Oktober auf ein Feld bei Klein Upahl gefahren sein.

Behörden: Fabian wurde am Ufer des Tümpels getötet

Zusammen mit dem Jungen ging sie laut Behörden zum Ufer des besagten Tümpels, so die Staatsanwaltschaft. Dort habe sie den Jungen laut Ermittlern mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet. Anschließend soll sie die Leiche mit Brandbeschleuniger angezündet haben, um Spuren zu vernichten. Das Motiv hinter der Tat ist bisher allerdings unklar. Für die Verdächtige gilt bis zu einem Urteil die Unschuldsvermutung.

Haben Sie den Fall Fabian verfolgt – und haben Sie eine Meinung zum Thema? Schicken Sie uns eine Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com.