Fall bleibt unbegreiflich

Toter Fabian aus Güstrow: Neue Tränen-Botschaft seiner Mama am Grabstein

Fast ein halbes Jahr ist es her, dass der kleine Fabian aus Güstrow getötet wurde. Nun wurde der Grabstein am Grab des Jungen aufgestellt.

Author - Florian Thalmann
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Monate nach seinem Tod wurde am Grab des kleinen Fabian aus Güstrow jetzt auch der Grabstein aufgestellt. Seine Mutter Dorina L. findet zu dem Anlass bewegende Worte.
Monate nach seinem Tod wurde am Grab des kleinen Fabian aus Güstrow jetzt auch der Grabstein aufgestellt. Seine Mutter Dorina L. findet zu dem Anlass bewegende Worte.Jens Büttner/dpa, Polizei

Es ist jetzt fast ein halbes Jahr her, dass der acht Jahre alte Fabian aus Güstrow verschwand. Der Vermisstenfall sollte zu einem der größten Kriminalfälle der aktuellen Zeit werden, denn vier Tage später fand man seine Leiche an einem Tümpel in 15 Kilometern Entfernung. Monate nach der Horror-Tat wurde jetzt der Grabstein für den toten Jungen aufgestellt. Dazu richtet Fabians Mama Dorina bewegende Worte an die Welt – Worte, die sprachlos machen und zu Tränen rühren.

Grabstein für Fabian aus Güstrow aufgestellt

Schon vor Monaten wurde der kleine Fabian aus Güstrow beigesetzt – und nun steht auch ein Grabstein auf dem Grab des Jungen. Auf dem geschwungenen, schwarzen Stein ist sein Name zu sehen, ein Bild von Fabian – und eine Illustration eines Sternenhimmels, an dem auch ein Mond zu sehen ist. Das Grab ringsherum ist liebevoll gestaltet: Auf der Grabplatte steht etwa ein grüner Traktor, außerdem sollen Stofftiere und Blumen an den ermordeten Jungen erinnern.

Es ist kaum vorstellbar, wie es vor allem Fabians Mama Dorina ergangen sein muss, als der Grabstein für ihren getöteten Sohn aufgestellt wurde. Auf ihrer Facebook-Seite schildert Dorina L., wie sie den Augenblick erlebte. „Niemals hätte ich gedacht, dass sich dieser Moment so anfühlen kann. So still und endgültig“, schreibt sie. Als sie vor dem fertigen Stein stand, sei alles noch einmal hochgekommen. „Als müsse ich es nochmal von vorne begreifen.“

Noch immer unter Verdacht: Die 29-Jährige Ex-Partnerin von Fabians Vater ist wegen Mordes angeklagt. Hier wird sie von Polizisten bei der Festnahme aus ihrem Haus gebracht.
Noch immer unter Verdacht: Die 29-Jährige Ex-Partnerin von Fabians Vater ist wegen Mordes angeklagt. Hier wird sie von Polizisten bei der Festnahme aus ihrem Haus gebracht.Philip Dulian/dpa

Das Verbrechen ist und bleibt auch unbegreiflich: Am 10. Oktober 2025 verschwand der kleine Fabian aus dem Haus seiner Mutter in Güstrow. Er hatte am Tag zuvor an Nasenbluten gelitten, sollte eigentlich zu Hause bleiben und sich ausruhen.

Doch als Mama Dorina L. von der Arbeit kam, war er weg. Es folgte eine Suchaktion. Vier Tage später die erschütternde Nachricht: Die Leiche des kleinen Fabian wurde an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden.

Mord an Fabian aus Güstrow schockt ganz Deutschland

Ein paar Wochen später der nächste Schock: Die Polizei nahm die Ex-Freundin von Fabians Vater fest. Sie sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes erhoben.

Der Frau wird vorgeworfen, Fabian unter einem Vorwand auf das Feld bei Klein Upahl gelockt und ihn am Ufer des Tümpels mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet zu haben. Danach soll sie die Leiche des Jungen mit Brandbeschleuniger angezündet haben.

Sie selbst war es, die den Fund der Leiche bei der Polizei meldete – damals hieß es, sie habe Fabians sterbliche Überreste bei einem Spaziergang zufällig entdeckt.

Hinter Fabians Mama Dorina L. liegen schwere Wochen und Monate – und der Prozess gegen die 29-jährige Verdächtige soll erst Ende April beginnen. Etliche Verhandlungstage dürften angesetzt werden, Ruhe ist für die Angehörigen des Jungen also vorerst nicht in Sicht.

Dorina L. sei am Grab auch klar geworden, dass sie die Zeit ohne die Hilfe vieler anderer Menschen nicht überstanden hätte, schreibt sie in ihrem Statement auf Facebook. „Das wäre so niemals möglich gewesen. Jede einzelne Spende, jedes Paket, jedes liebe Wort. Ihr habt mir in einer so schweren Zeit geholfen, als völlig fremde Menschen.“

Toter Fabian aus Güstrow: Mama Dorina bedankt sich

Sie habe nicht nur finanzielle Unterstützung bekommen, sondern die Menschen hätten ihr auch das Gefühl gegeben, dass sie nicht allein ist. „Und ich sitze hier und versuche Danke zu sagen. Aber es fühlt sich einfach nicht genug an. Meine Dankbarkeit ist viel größer als jedes Wort, was ich schreiben könnte.“

Sie werde das ihr Leben lang nicht vergessen. „Von ganzen und tiefsten Herzen, sage ich Danke. Danke, dass es solch positiven Menschen wie euch noch gibt.“ Doch auch an alle Gegner richtet sie klare Worte: „Und für alle anderen, schämen solltet ihr euch“, schreibt sie.

In den vergangenen Wochen und Monaten war die Familie auch heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Viele Menschen verdächtigten Fabians Mama Dorina L. selbst etwas mit dem Tod ihres Sohnes zu tun zu haben. Ihr wurde unter anderem vorgeworfen, nicht genug geweint zu haben. In mehreren Videos im Netz rechnete eine enge Freundin von Dorina L. mit den krassen Vorwürfen ab (KURIER berichtete).

Haben Sie den Fall Fabian verfolgt? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!