Der Fall des kleinen Fabian aus Güstrow: Er ist einer der spektakulärsten Kriminalfälle der aktuellen Zeit. Schon jetzt wird berichtet, dass für den Prozess gegen die Verdächtige Gina H. die Plätze für Medien im Gerichtssaal verlost werden sollen. Zu groß ist das Interesse, zu groß wird der Andrang sein. Alle blicken nach Rostock – und alle blicken auf Gina H. Denn viele fragen sich: Hat die 29-Jährige wirklich etwas mit dem Tod des kleinen Jungen zu tun?
Fall Fabian: Festnahme von Gina H. erschütterte viele
Schon die Festnahme der Frau erschütterte ganz Deutschland – schließlich ist Gina H. die Ex-Freundin von Fabians Vater. Doch sie selbst hatte sich in den Wochen zuvor ins Rampenlicht gerückt.
Ausgerechnet Gina H. war es, die die verbrannte Leiche von Fabian an dem Tümpel bei Klein Upahl fand – durch Zufall bei einem Spaziergang, hieß es in Berichten. Anfang November gab es dann Durchsuchungen, die die Ermittler auch zu ihr führten. Seit dem 7. November sitzt Gina H. in Untersuchungshaft.
Vor Wochen nun erhob die zuständige Staatsanwaltschaft Mordanklage gegen die Frau. Die Ermittler sind sicher, dass sie den kleinen Fabian aus Güstrow unter einem Vorwand aus dem Haus seiner Mutter lockte, mit ihm zu einem Feld in der Nähe von Klein Upahl fuhr. Dort soll sie ihn mit mindestens sechs Messerstichen getötet haben, laut Ermittlern im Bereich des Oberkörpers. Anschließend, so der grausame Verdacht, soll sie Fabians Leiche mit Brandbeschleuniger angezündet haben.

Ob all das wirklich so geschehen ist: unklar. Für Gina H. gilt bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung. Im Prozess sollen etliche Zeugen gehört werden, dann wird hoffentlich die Wahrheit ans Licht kommen. Das Hauptverfahren gegen Gina H. soll bis Ende April eröffnet werden, sagte eine Sprecherin des zuständigen Landgerichtes Rostock auf Nachfrage des KURIER.
Das sagte Gina H. nach dem Fund von Fabians Leiche
Fakt ist aber: Angesichts der Entwicklungen im Fall Fabian aus Güstrow wirken frühere Aussagen von Gina H. plötzlich merkwürdig. Denn: Gegenüber RTL hatte sie sich nach dem Fund der Leiche geäußert. Sie sagte dem Sender, sie sei mit einer Freundin und deren Hunden bei einem Spaziergang gewesen, als sie durch Zufall auf die Leiche stießen. „Dieses Bild, wie er da lag, werde ich nie mehr los“, sagte sie demnach. „Er sah schlimm aus. Damit muss ich erst mal fertig werden.“

Allerdings stellte sie klar, dass sie dem Jungen nie Schaden zugefügt hätte. „Fabian war wie ein eigenes Kind für mich. Ich war vier Jahre lang seine Ziehmama, sozusagen“, sagt sie im Interview.
„Ich habe ihn geliebt wie mein eigenes Kind und hätte dem kleinen Mann niemals etwas angetan.“ Darüber, dass sie in den Fokus der Ermittler geriet, wunderte sie sich. „Ich habe bei der Polizei mein Handy abgegeben, mein Auto wurde untersucht, ich hab alles freiwillig gemacht und kooperiert. Das würde ich wohl nicht machen, wenn ich etwas damit zu tun hätte.“
Vollkommen unklar ist bisher das Motiv der Tat – dazu äußerten sich die Ermittler noch nicht. Es wird darüber spekuliert, ob die Trennung von Fabians Vater etwas damit zu tun haben könnte. Mehrere Medien berichteten, Gina habe unter der Trennung sehr gelitten.


