Eine Woche ist es her, dass sich die Ermittler im Fall Fabian aus Güstrow mit neuen Informationen zu Wort melden. Und die schockten ganz Deutschland: Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die Ex-Freundin von Fabians Vater erhoben. Sie soll den Jungen an einem Tümpel bei Klein Upahl getötet haben. Seitdem spekulieren viele über das Motiv. Psychologen und Kriminalisten hatten schon lange eine Vermutung.
Ermittler äußerten sich nicht zum Motiv von Gina H.
Ob Gina H. wirklich etwas mit dem Mord an dem kleinen Fabian aus Güstrow zu tun hat, ist noch nicht klar. Zwar wurde gegen die 29-Jährige Anklage erhoben. Doch bis zu einer Verurteilung gilt für die Frau die Unschuldsvermutung.
In einem Prozess muss bald ein Gericht entscheiden, ob Gina H. wirklich für den Tod an Fabian verantwortlich ist oder nicht. Neben allen Informationen, die es zu dem Fall bisher gibt, ist über das mögliche Motiv noch nichts bekannt. Dazu äußerten sich die Ermittler nicht.
Was bekannt ist: Gina H. soll den kleinen Fabian aus Güstrow laut Aussage der Staatsanwaltschaft am 10. Oktober unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt haben. Er sollte es an jenem Tag eigentlich nicht verlassen, weil er am Tag zuvor an Nasenbluten gelitten hatte und sich ausruhen sollte.
Gina H. sei mit ihm, so die Ermittler weiter, auf ein Feld bei Klein Upahl gefahren und habe ihn dort zum Ufer eines kleinen Tümpels geführt. Dann soll sie den Jungen mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet haben. Anschließend, so sind die Ermittler sicher, zündete sie den Leichnam mit Brandbeschleuniger an, um Spuren zu vernichten.

Nur: Warum soll Gina H. das alles getan haben? Über das mögliche Motiv wurde schon vor der Mordanklage spekuliert. Viele sind sicher, dass die Trennung von Fabians Vater etwas mit der Tat zu tun haben könnte. Laut einem Bericht des Magazins Stern schrieb sie in einer Story auf Instagram von psychischen Problemen, nachdem die Beziehung in die Brüche ging. „Alles, was ich wollte, war ein Leben mit ihm für die Ewigkeit“, soll dort gestanden haben. „Nun stehe ich wieder alleine da und habe alles verloren.“
Fall Fabian: Setzte Trennung Gina H. zu sehr zu?
Auch RTL berichtete von einem Post in den sozialen Medien. „Hey Leute, viele von euch fragen sich immer was los ist, warum von mir nicht mehr so viel kommt“, schrieb Gina H. dort laut einem Bericht des Senders. Zwei Wochen zuvor habe sich ihr Freund von ihr getrennt. Seitdem sei ihr Leben nicht mehr das, was es war. Außerdem habe sie schon vor der Trennung ihren Vater verloren – und nun sei ihr einziger Anker weg.

Botschaften, die für Experten alarmierend klingen. Eine Psychologin sagte gegenüber RTL, der Beitrag zeige eine massive Selbstwertproblematik. „Das heißt, die eigene Identität ist an den Partner gekoppelt“, so die Expertin. Darauf weise vor allem die Formulierung mit dem Anker hin. Wollte sie ihren Ex-Partner mit dem Mord an Fabian bestrafen?
Profiler: Frauen morden oft aus Eifersucht oder Wut
Star-Profiler Axel Petermann äußerte sich ebenfalls in diese Richtung. Laut dem Kriminologen morden Frauen häufig aus Motiven wie Eifersucht, Wut und Hass. Er verwies auch auf das sogenannte Medea-Syndrom. „Das bedeutet, dass Frauen jemanden töten, um eine andere Person damit zu verletzen oder ihr das Liebste zu nehmen, was diese Person überhaupt hatte“, sagte Petermann.




