Wird der Falll aufgeklärt?

Mord an Fabian aus Güstrow: Darum will seine Mama nicht, dass Ruhe einkehrt

Am Montag soll es neue Informationen der Staatsanwaltschaft geben. Wann kann im Fall Fabian aus Güstrow endlich Ruhe einkehren?

Author - Florian Thalmann
Teilen
Im Fall Fabian aus Güstrow sitzt eine tatverdächtige Frau (das Foto zeigt die Festnahme) noch immer in Untersuchungshaft. Am Montag soll es neue Informationen zu dem Fall geben.
Im Fall Fabian aus Güstrow sitzt eine tatverdächtige Frau (das Foto zeigt die Festnahme) noch immer in Untersuchungshaft. Am Montag soll es neue Informationen zu dem Fall geben.Philip Dulian/dpa, Polizei

Der Tod des kleinen Fabian aus Güstrow ist inzwischen Monate her – Mitte Oktober verschwand der Junge aus dem Haus seiner Mutter Dorina L. in Güstrow, Tage später wurde seine Leiche gefunden. Inzwischen ist in dem spektakulären Kriminalfall etwas Ruhe eingekehrt. Die Ermittler halten sich bedeckt, eine Erklärung der Staatsanwaltschaft zum Abschluss der Ermittlungen wurde verschoben. Doch Fabians Familie will nicht, dass in dem Fall Ruhe einkehrt – aus einem bestimmten Grund.

Am Montag soll es Neues zum Fall Fabian geben

Es sollte der Tag der Entscheidung werden – doch für alle, die den Fall um den Tod des kleinen Fabian aus Güstrow verfolgen, blieb der Freitag enttäuschend. Nachdem der zuständige Oberstaatsanwalt Harald Nowack angekündigt hatte, dass es am Donnerstag oder am Freitag eine Erklärung zum Abschluss der Ermittlungen in dem Mordfall geben wird, wurde diese dann plötzlich auf Montag verschoben.

Zum Beginn der Woche soll eine Pressemitteilung herausgegeben werden, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock auch gegenüber dem KURIER mit.

Mit den neuen Informationen zum Fall könnte dieses Kapitel endlich abgeschlossen und wichtige Fragen beantwortet werden. Und das nicht nur für alle, die den Fall verfolgt haben, sondern auch und vor allem für die Familie des kleinen Fabian. Denn auch hinter ihnen muss eine Zeit der Ungewissheit liegen. Und eine Zeit voller schlimmer Erlebnisse.

Raffaela J., eine enge Freundin von Fabians Mutter, veröffentlichte im Netz mehrere Videos, in denen sie auch über Hassbotschaften und Anfeindungen sprach, die Fabians Angehörige in den vergangenen Wochen und Monaten erreichten.

Familie von Fabian aus Güstrow wurde heftig kritisiert

Es geht um heftige Vorwürfe: Manche kritisierten öffentlich, Fabians Mutter hätte keine Tränen gezeigt, andere schimpften, die Beerdigung des kleinen Jungen sei nicht schön gewesen. Auch die Familie wurde in Kommentaren im Netz verdächtigt, etwas mit der Tat zu tun zu haben. In einer letzten Botschaft, die Raffaela J. schon im Februar auf YouTube veröffentlichte, prangerte sie die Angriffe der Menschen an.

Über Tage durchkämmte die Polizei auf der Suche nach dem kleinen Fabian aus Güstrow im Oktober die Gegend.
Über Tage durchkämmte die Polizei auf der Suche nach dem kleinen Fabian aus Güstrow im Oktober die Gegend.Bernd Wüstneck/dpa

Fabian, der Sohn ihrer Freundin, sei brutal aus dem Leben gerissen worden. „Ein junger Mensch, der nicht mehr hier ist. Ein Leben, das viel zu früh beendet wurde“, schreibt sie zu dem Video. „Doch statt Mitgefühl erleben wir etwas anderes: Hass, Hetze, Unterstellungen.“ Es geht unter anderem um Gruppen in den sozialen Netzwerken, in denen auf Dorina L. herumgetrampelt wurde. „Wie kann man so mit einer Mutter umgehen, die ihr Kind verloren hat? Wie rechtfertigt man das vor seinem eigenen Gewissen?“, fragt Raffaela J.

Fabians Mutter will noch nicht, dass Ruhe einkehrt

Im Video selbst geht es auch um die Frage, ob es richtig war, dass die Familie an die Öffentlichkeit ging. Doch die Angehörigen von Fabian wollen sich nicht unterkriegen lassen. Dorina L. habe gesagt: „Ich werde so lange kämpfen, bis das letzte Urteil gefallen ist.“ Bis zum Urteil gelte eine Unschuldsvermutung.

„Sie sagte auch: Ich will auf gar keinen Fall, dass es unter den Teppich gekehrt wird. Ich will auf gar keinen Fall, dass es ruhig darum wird. Ich will, dass Fabi weiterhin aufrecht gehalten wird, damit jeder einzelne weiß, wer Fabian gewesen ist, was ihm zugestoßen ist und wer ihm das angetan hat.“ Und das, so Raffaela J., sei auch ihr gutes Recht.

Der kleine Fabian aus Güstrow wurde ermordet, seine Leiche an einem Tümpel verbrannt. Am Montag soll es neue Informationen zum Fall geben.
Der kleine Fabian aus Güstrow wurde ermordet, seine Leiche an einem Tümpel verbrannt. Am Montag soll es neue Informationen zum Fall geben.Polizei

Dorina habe auch nicht akzeptieren wollen, dass Fotos des kleinen Fabian in der Öffentlichkeit verpixelt werden sollen. „Sie hat gesagt: Auf gar keinen Fall. Mein Sohn wird gezeigt. Jeder soll wissen, wer er gewesen ist und jeder soll wissen, wer diese Tat getan hat.“

Der Täter oder die Täterin müsse zur Rechenschaft gezogen werden. „Natürlich trauert sie – und natürlich soll Fabian ruhen. Aber das können sie nach der Verhandlung auch noch“, sagt Raffaela J.

In welche Richtung entwickelt sich der Fall Fabian?

Im Moment ist vollkommen unklar, in welche Richtung sich der Fall entwickelt. Laut Aussage der Staatsanwaltschaft konzentrierten sich die Ermittlungen bis zuletzt auf Gina H., die Ex-Freundin von Fabians Vater – sie sitzt seit dem 7. November in Untersuchungshaft.

Doch Harald Nowack, der Sprecher der Staatsanwaltschaft, ließ bisher vollkommen offen, ob mit dem Abschluss der Ermittlungen auch Anklage erhoben wird.  „Entweder ist das Verfahren dann zu Ende oder es würde zum Landgericht übergehen. Wenn es denn eine Anklage geben sollte“, sagte er „tag24“.

Fabian verschwand am 10. Oktober 2025 aus dem Haus seiner Mutter in Güstrow, vier Tage später wurde seine Leiche an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt, einige Kilometer entfernt. Seine sterblichen Überreste wurden verbrannt – mutmaßlich wollte der Täter oder die Täterin damit Spuren vernichten.

Gina H. sitzt seit mehreren Durchsuchungen Anfang November in Untersuchungshaft. Laut aktueller Informationen hat sie sich nicht zum Fall geäußert. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

Haben Sie den Fall Fabian verfolgt? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!