Spektakulärer Fund

Taucher entdecken 300 Jahre alte Schiffswracks in der Ostsee

Spektakuläre Entdeckung in der Ostsee. Taucher untersuchen jahrhundertealte Schiffswracks vor Mecklenburg-Vorpommern – darunter versunkene Kriegsschiffe.

Author - Sebastian Karkos
Teilen
Taucher sind am Meeresboden zwischen Rügen und Usedom unterwegs.
Taucher sind am Meeresboden zwischen Rügen und Usedom unterwegs.Georg Häussler/LAKD

Spektakulärer Blick in die Tiefe der Ostsee! Vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns haben Forscher ein echtes Unterwasser-Geheimnis genauer unter die Lupe genommen. Zwischen Rügen und Usedom, am Eingang des Greifswalder Boddens, liegen die Überreste von rund einem Dutzend Handelsschiffen aus dem 17. Jahrhundert – und sogar zwei schwedische Kriegsschiffe, die vor mehr als 300 Jahren im Eis untergingen.

Internationales Tauchtean vor Rügen unterwegs

Ein internationales Tauchteam aus deutschen, norwegischen und polnischen Forschern war laut Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten in Mecklenburg-Vorpommern in der vergangenen Woche vor Ort, um die Wracks zu untersuchen. Geleitet wurden die Tauchgänge vom deutschen Meeresarchäologen Jens Auer.

Ziel der Mission: Die versunkenen Schiffe exakt dokumentieren und ihren Zustand bewerten. Koordiniert wird das Projekt vom schwedischen Wrackmuseum „Vrak“ in Stockholm – gemeinsam mit Experten aus Mecklenburg-Vorpommern. Laut „Vrak“ handelt es sich um Handelsschiffe namens „Cecilia“ und „Postiljon“ .

Masten, Ruder und Segel wurden gefunden

Für Kulturministerin Bettina Martin ist klar: „Diese Funde sind ein einzigartiger Schatz.“ Tatsächlich erzählen die Wracks von der bewegten Geschichte der Ostsee – als wichtiger Handelsweg, aber auch als Schauplatz von Kriegen. Die untergegangenen Schiffe sind stille Zeugen dieser Zeit und könnten sogar neue Erkenntnisse über den historischen Schiffbau liefern. Was gefunden wurde? Masten, Ruder und Segel.

Doch die Schätze auf dem Meeresgrund sind bedroht. Strömungen, Stürme und Erosion setzen den Wracks zu – und ein kleiner, aber gefährlicher Gegner: der Schiffsbohrwurm. Die eingeschleppte Muschel frisst sich durch das Holz der alten Schiffe und lässt viele Fundorte langsam verschwinden.

Fundstellen wurden gegen Erosion und Verfall gesichert.

Beim aktuellen Tauchgang konnten die Experten nicht nur wichtige Daten sammeln, sondern die Wracks auch sichern. Trotzdem bleibt der Schutz der Unterwasser-Fundstellen eine Daueraufgabe. Denn klar ist: Was heute noch auf dem Grund der Ostsee liegt, könnte morgen schon für immer verloren sein.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Haben Sie Ideen oder Informationen für die Redaktion? Bitte schreiben Sie uns:leser-bk@berlinerverlag.com