Wer an der Ostsee Urlaub machte, blieb bisher von ihr verschont, doch nun ist die berühmt-berüchtigte Nosferatu-Spinne auch auf den beliebten Inseln Usedom und Rügen angekommen. Während in Mecklenburg-Vorpommern vor vier Jahren nur ein einziges Exemplare der bissigen Spinne gesichtet wurde, hat sie sich nun weiter ausgebreitet. Als eine von wenigen Spinnen kann sie mit ihrem Biss auch die Haut des Menschen durchdringen und schmerzhafte Wunden hinterlassen.
Nosferatu-Spinne: So fühlt sich der Biss an
Erst im vergangenen Jahr kam ein Mitarbeiter des Berliner KURIER in Kontakt mit der Horror-Spinne, die aufgrund ihrer markanten Zeichnung nach einer Figur aus einem Horrorfilm benannt wurde. Er war auf einer Kanu-Tour unterwegs, fuhr mit dem Boot durch Büsche und herunterhängende Äste.
„Dann plötzlich dieser stechende Schmerz am rechten Unterarm! Hilfesuchend guckte ich zu meiner Freundin. Wir krempelten den Pulli hoch, es gab zwei dicht nebeneinanderliegende Einstichstellen.“
Es sah aus wie der Biss eines Vampirs, schnell bildeten sich ringsherum Blutergüsse, der Biss schwoll an. „Es tat höllisch weh“, schrieb er in einem Artikel im KURIER. Ihm sei schwindlig geworden, er fühlte sich unwohl. Erst beim Arzt kam später die Diagnose: Es könnte eine Nosferatu-Spinne gewesen sein. Der Doktor verriet, dass der Biss nicht gefährlicher ist als ein Wespenstich, dass sich die Spinnen aber immer weiter in Deutschland ausbreiten und sich hier heimisch fühlen.

In Mecklenburg-Vorpommern kamen sie bisher nicht vor – nun aber schon! Laut Berichten sind inzwischen auch die beliebten Urlaubsinseln Rügen und Usedom an der Ostsee befallen. Dem Naturschutzbund Nabu werden immer mehr der Spinnen gemeldet. „Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass sich die Spinne dort etabliert“, sagte Alexander Wirth vom Nabu. „Womöglich ist sie bereits im letzten bisher noch nicht besiedelten Bundesland zu Hause.“
Nosferatu-Spinne wohnt im Winter in den Häusern
In der kalten Jahreszeit ziehen sich die Spinnen in Häuser zurück, weil sie sich vor der Kälte verstecken wollen. Im Sommer hingegen trifft man sie draußen an. Und das eben immer häufiger: Seit 2022 wurden dem Nabu jedes Jahr 3000 bis 5000 Spinnensichtungen mit Fotos gemeldet. In diesem Jahr waren es schon jetzt 2500 – und der Mai ist gerade vorbei. Man könne laut Wirth deshalb davon ausgehen, dass 2026 ein sehr gutes Nosferatu-Jahr wird. Die Freude darüber dürfte sich bei vielen Menschen allerdings in Grenzen halten.

Nosferatu-Spinne beißt, wenn sie sich bedroht fühlt
Die männlichen Nosferatu-Spinnen werden etwa 10 bis 13 Millimeter groß, die Weibchen 10 bis 19 Millimeter. Damit ist allerdings nur der Körper gemeint: Mit Beinen können die Tiere auf eine Spannweite von bis zu acht Zentimetern kommen! An ihren Beinen haben sie spezielle Haare, die es ihnen ermöglichen, auch an glatten Flächen zu klettern, also beispielsweise an Fensterscheiben.
Wenn sie sich bedroht fühlen, beißen Sie gern zu. Der Biss ähnelt dem eines Wespenstichs. Es gilt deshalb: Ruhe bewahren! Nur Menschen, die allergisch auf Insektenstiche reagieren, müssen sich Sorgen machen.


