Fußballstar Cristiano Ronaldo verzichtet bewusst auf Körperschmuck wie Tattoos und Piercings, wie er einmal der italienischen Website direttanews.it verriet. Weil es verhindern würde, dass er weiter Blut spenden kann.
Doch ist das wirklich so, man kann kein Blut spenden, wenn man ein Tattoo besitzt?
Wenn es wahr wäre, wäre es für den stetigen Nachschub an gespendeten Blutkonserven fatal. Schließlich brummen die Tattoo-Maschinen seit Jahren und deutschlandweit ist jede vierte Frau tätowiert, bei den Mittzwanzigern bis Mittvierzigern sind es sogar mehr als 40 Prozent, das ergab eine Umfrage im Jahr 2022.
Bei den Herren sind insgesamt weniger tätowiert (16 Prozent), am meisten sind es Männer zwischen Mitte zwanzig und Mitte dreißig (24 Prozent). Insgesamt ist also jeder fünfte Erwachsene in Deutschland tätowiert.
Wenn diese Menschen alle als Blutspender ausfielen, dann könnten die Kliniken dichtmachen.
Blutspenden ja, aber mit Pause
Auf der Seite des Deutschen Roten Kreuzes wird denn auch mit dem Mythos aufgeräumt. Auf die Frage, ob man mit Tattoo Blut spenden könne, lautet die Antwort eindeutig: Ja.

Allerdings gibt es eine viermonatige Wartezeit, wenn das Tattoo neu ist. Der Grund für die kurze Auszeit: Beim Blutspenden kann man nicht nachvollziehen, wo und unter welchen hygienischen Bedingungen das Tattoo gestochen wurde. Eine unerkannte Infektion kann nicht ausgeschlossen werden.
„Die Tätowierung an sich stellt nicht das Problem dar, sondern der Fakt, dass deine Haut penetriert wurde. Um sicherzustellen, dass keine Infektion oder Entzündung stattgefunden (wie z.B. Hepatitis) hat, gibt es eine viermonatige Wartezeit“, so die Erklärung des DRK, welches die meisten Blutspenden durchführt. Nach dieser Wartezeit sind Infektionen im Blut sichtbar, sollte es zu einer Ansteckung gekommen sein.
Die viermonatige Wartezeit gilt auch für Piercings, Ohrringe und Brandings. Ebenso sind Menschen von der Blutspende ausgeschlossen, die an einer Grippe, an einer Erkältung oder an Borreliose erkrankt waren.
Darum sind die Blutkonserven so knapp
Weihnachtsferien, Wintersturm Elli und Grippewelle – diese drei Faktoren sorgen dafür, dass die Blutkonserven bundesweit knapp geworden sind. Kliniken und Deutsches Rotes Kreuz (DRK) appellieren eindringlich an die Menschen, Blut zu spenden.
Jeden Tag werden laut dem Blutspendedienst der Landesverbände des Deutschen Roten Kreuzes Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen in Deutschland 15.000 Blutspenden benötigt, das sind annähernd elf Spenden pro Minute.
Bundesweit spenden aber nur rund drei Prozent der Bevölkerung Blut. Das liegt auch daran, dass langjährige Blutspender aufgrund ihres Alters aufhören zu spenden und nicht ausreichend junge Menschen nachrücken. Eine Blutspende hilft bis zu drei Patienten.
Ist Blutspenden gesund?
Blutspenden wirkt sich laut Studien positiv auf den Blutdruck aus. Regelmäßige Blutspenden begünstigen dem DRK zufolge diesen Effekt, der bis zu sechs Wochen anhält. Außer der regelmäßigen Kontrolle wichtiger Vitalwerte wird das Blut zudem nach jeder Spende auf bestimmte Krankheitserreger, darunter HIV, Hepatitis und Syphilis, untersucht. Sollte es Auffälligkeiten in einer Blutspende geben, erhalten Spender eine Rückmeldung.


