Von Mutter verlassen

Rummel um Punch: Einsamer Baby-Affe geht viral

Er hat ein Kuscheltier und die Welt an seiner Seite. Baby-Affe Punch wird von seiner Mutter verstoßen, klammert sich an Ikea-Plüsch und Millionen zittern  mit.

Author - Jana Hollstein
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Baby-Affe Punch hat die Herzen der Welt gewonnen.
Baby-Affe Punch hat die Herzen der Welt gewonnen.Anadolu Agency/imago

Seit Moo Deng hat kein Zootier Menschen mehr verzaubert. Die tragisch anmutende Geschichte von Punch, dem einsamen, sieben Monate alten Makaken, und seinem Ikea-Plüschtier, verbreitete sich im Internet und lockt Millionen in einen japanischen Zoo.

Makake Punch wurde von Mutter verstoßen

Punch (ausgesprochen: Pantsch), auch Panchi-kun genannt, wurde im letzten Juli im Zoo der japanischen Stadt Ichikawa geboren und von seiner Mutter verlassen. Als Mutterersatz gab der Zoo ihm einen Orang-Utan aus Plüsch, den der kleine Punch seitdem überallhin mitnimmt. Klingt traurig genug? Als mutterloses Baby hat es der kleine Punch außerdem schwierig, in seiner Affenbande Anschluss zu finden, und wird häufig von größeren Affen ausgestoßen und bekämpft.

Die traurige Geschichte des kleinen Punch hält nun seit Tagen das Internet in ihrem Bann, und Millionen Menschen öffnen täglich mit angehaltenem Atem ihre Social-Media-Apps, um zu schauen, wie es dem Affen heute geht. Manchmal scheint er Freunde zu finden, manchmal kracht es wieder. Manchmal sitzt er alleine abseits des Trupps und versucht, sein Plüschtier dazu zu bringen, ihn zu umarmen. Was auch immer er tut, die Kameras der Zoobesucher sind auf ihn gerichtet, um jeden Moment einzufangen.

Besucheranlauf und Ikea-Ausverkauf dank Affe Punch

Ob ihm die Aufmerksamkeit so gut tut? Der Zoo jedenfalls scheint nichts dagegen zu haben, und gibt in den sozialen Medien gerne seine professionelle Meinung zu dem Geschehen im Affengehege ab. Die Besucherzahlen, die seitdem in die Höhe geschossen sind, schaden dabei wahrscheinlich auch nicht.

Doch nicht nur der Zoo in Ichikawa profitiert von dem viralen Makaken Punch. Ein unerwarteter Star der Geschichte ist der Plüschaffe, der als Mutterersatz Punch niemals von der Seite weicht, von ihm verteidigt und bekuschelt wird. Dabei handelt es sich um ein einfaches Ikea-Plüschtier, das von dem Möbelgiganten für 12,99 Euro verkauft wird. Zumindest solange der Vorrat reicht, denn in so manchen Ländern ist „DJUNGELSKOG“ inzwischen ausverkauft.

Für Ikea ist Punch also die beste Werbung. Dafür haben sie sich neulich sogar bedankt, indem sie dem Zoo in Ichikawa eine ganze Wagenladung von Ikea-Plüschtieren spendete.

Und Punch? Fans können seine Fortschritte täglich auf der eigens dafür errichteten Seite followpunch.com nachverfolgen. Trotz der Startprobleme scheint Punch zumindest inzwischen einen Freund gewonnen zu haben und kann sogar auf zwei Beinen laufen, was für sein Alter sehr ungewöhnlich ist. Also Ende gut, alles gut? Sein Sozialverhalten scheint wohl noch etwas zu wünschen übrigzulassen.

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