Er ist einer der berühmtesten Serienmörder Deutschlands – und zugleich auch der DDR. Denn der erste Mord des „Rosa Riesen“, der auch als „Bestie von Beelitz“ bekannt wurde, passierte kurz vor dem Mauerfall. Wolfgang Schmidt, der später zu Beate Schmidt werden sollte, erschlug eine 51-Jährige mit einer Gartenhacke. Der Auftakt für eine Mord-Karriere, die dem Killer einen Platz in der deutschen Kriminalgeschichte sicherte. In einer großen Doku rollt der RBB jetzt den Fall neu auf (Mittwoch ab 20.15 Uhr). Wir erinnern an die Opfer des „Rosa Riesen“ – die Chronik des Grauens.
„Rosa Riese“ wurde in der DDR geboren
Der Killer, der sich später als „Rosa Riese“ einen Namen machen sollte, wurde in Lehnin in der DDR als Wolfgang Schmidt geboren – und beging zwischen 1989 und 1991 insgesamt sechs Morde und drei versuchte Morde. Bei allen Opfern handelte es sich um Frauen zwischen 34 und 66 Jahren, bei einer der Taten tötete Schmidt allerdings auch einen Säugling. Der Doppelmord ereignete sich in der Nähe der Spargelstadt Beelitz, was dem Killer in der Presse den Spitznamen „Bestie von Beelitz“ einbrachte.
Der Name „Rosa Riese“ geht darauf zurück, dass Schmidt einen sexuellen Fetisch für rosafarbene Damendessous hatte und zugleich 1,90 Meter groß war. Der Mörder beantragte aufgrund seiner Transsexualität später auch die Änderung des Vornamens und der Geschlechtszuordnung, wurde 2001 offiziell zu Beate Schmidt.

Noch immer sitzt Schmidt in Haft – und glaubt auch nicht, jemals wieder freizukommen. „Seit fast 20 Jahren muss ich mir vor Augen führen, sechs Menschenleben auf dem Gewissen zu haben“, sagte sie 2010 der Bild in einem Interview. „Ich konnte es nicht verhindern, war dermaßen außer Kontrolle. Noch mal freikommen? Das habe ich nicht verdient.“ Wer waren die Menschen, die von der „Bestie von Beelitz“ getötet wurden? Hier ist die Chronik des Grauens.
Chronik des Grauens: Das waren die Opfer des „Rosa Riesen“
Erster Mord: Oktober 1989. Schmidt überrascht die damals 51 Jahre alte Edeltraud N. bei der Gartenarbeit in Deetz bei Brandenburg. Der Mörder erschlägt die Frau mit einer Gartenhacke und vergeht sich dann an der Leiche. Der Ehemann von Edeltraud N. beging später Suizid, weil er das, was seiner Frau angetan worden war, nicht verkraftete.
Zweiter Mord: 25. Mai 1990. Wolfgang Schmidt erdrosselt die 45 Jahre alte Christa N. mit einem Kabel, ihre Leiche wird später in einem Gebüsch an einem Müllplatz bei Ferch gefunden. Auch sie wurde vom Täter sexuell missbraucht. Am Tatort findet sich verstreute rosafarbene Damenunterwäsche, in der Kot gefunden wird. Sie gibt den Ermittlern zuerst Rätsel auf, denn dem Opfer kann sie nicht zugeordnet werden.

Dritter Mord: 13. März 1991. Schmidt schlägt erneut zu – die 34 Jahre alte Köchin Inge F. fällt dem Sexualverbrecher zum Opfer. Sie ist in einem Wald zwischen Borkheide und Neuendorf unterwegs und verschwindet zunächst spurlos. Dann beginnt die Fahndung, erst Tage später findet man ihre mit Moos abgedeckte Leiche im Wald.
Doppelmord wird die schlimmste Tat des „Rosa Riesen“
Vierter Mord: 23. März 1991. Dieses Mal ist die 44 Jahre alte Tamara P. verschwunden, die Frau eines Chefarztes der Beelitz-Heilstätten. Auch ihr gerade drei Monate altes Baby wird vermisst. Es ist der schlimmste Mord in der Karriere des „Rosa Riesen“: Schmidt soll den Kopf des Kleinkindes an einer Baumwurzel zerschlagen haben, anschließend würgte er Tamara P. mit einem Büstenhalter zu Tode. Dann verging er sich an ihrer Leiche. Wieder taucht am Tatort Damenunterwäsche auf.


