Ein Anblick, der unter die Haut geht. Ein völlig erschöpftes Pferd liegt regungslos auf dem heißen Asphalt, umringt von Passanten und Fahrzeugen. Die Bilder aus dem Herzen Roms sorgen derzeit für Entsetzen und gehen in den sozialen Netzwerken viral.
Das Pferd lag regungslos auf dem heißen Asphalt
Das Tier war vor eine der berühmten Touristenkutschen der italienischen Hauptstadt gespannt, als es auf der Ponte Cavour unweit des historischen Zentrums zusammenbrach. Der Vorfall hat in Italien eine neue Debatte über die umstrittenen Pferdekutschen, die sogenannten Botticelle, ausgelöst.
Cavallo crolla a terra in centro, “È scivolato...”. La garante: “Orribile immagine per la Capitale” https://t.co/Q7K3MWaTg2 pic.twitter.com/trS98iBAYi
— Repubblica Roma (@rep_roma) July 6, 2026
Ein Video zeigt das Pferd am Boden liegend, offenbar völlig erschöpft. Der Zusammenbruch ereignete sich an einem Wochenende mit Temperaturen von mehr als 30 Grad. Hinzu kamen aufgeheizter Asphalt und dichter Verkehr mit Autos, Motorrollern und Touristen, wie er für die Innenstadt Roms typisch ist.
Besonders emotional fiel die Reaktion von Patrizia Prestipino aus, der Tierschutzbeauftragten der Stadt Rom. Sie verbreitete selbst Bilder des Vorfalls auf der Plattform X und schrieb: „Diese Stadt ist für Kutschpferde nicht mehr geeignet.“ Die Mischung aus Hitze, Verkehr und städtischem Umfeld mache den Einsatz der Tiere aus ihrer Sicht unvertretbar.

Wie es dem Pferd nach dem Zusammenbruch genau erging, wurde zunächst nicht offiziell mitgeteilt. Fest steht jedoch: Die Aufnahmen haben die Diskussion über die Zukunft der traditionsreichen Touristenkutschen mit neuer Wucht entfacht.
Alte Tradition einerseits, Tierschutz andererseits
Die Debatte schwelt in Rom seit Jahren. Die Pferdekutschen gehören für viele Besucher zwar zum romantischen Stadtbild, Tierschutzorganisationen fordern jedoch schon lange ihr Ende.
Befürworter eines Verbots argumentieren, dass Pferde auf glühendem Asphalt, zwischen hupenden Autos und im dichten Innenstadtverkehr nicht artgerecht eingesetzt werden können.
Gegner verweisen dagegen auf eine jahrhundertealte Tradition und darauf, dass für die Tiere bereits besondere Vorschriften gelten. In den Sommermonaten dürfen die Kutschen bei hohen Temperaturen nur eingeschränkt fahren.
Kutscher sollen ihr Metier aufgeben
Nach Angaben der Stadt gibt es nur noch 16 lizenzierte Betreiber. Vor rund zehn Jahren waren es nach Angaben von Prestipino noch mehr als doppelt so viele. Die Stadtverwaltung verfolgt inzwischen Pläne, die traditionellen Lizenzen schrittweise in Genehmigungen für Taxis oder Elektrofahrzeuge umzuwandeln.
Diskutiert wird sogar, den Kauf entsprechender Fahrzeuge über Sponsoren zu unterstützen. Ziel ist es, den Kutschern den Ausstieg aus dem Pferdebetrieb schmackhaft zu machen. Einige Betreiber lehnen die Pläne jedoch ab oder verhandeln über bessere Konditionen.


