China setzt auf Technik

Roboter statt Pflegekraft? Diese Maschine könnte bald Ihre Mutter pflegen

Menschenähnliche Roboter sollen künftig nicht nur arbeiten, sondern ältere Menschen emotional unterstützen und im Alltag begleiten.

Author - Paula Hitzemann
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Das chinesische Unternehmen UBTECH Robotics setzt auf humanoide Roboter im Alltag.
Das chinesische Unternehmen UBTECH Robotics setzt auf humanoide Roboter im Alltag.ADEK BERRY

Sie haben Silikonhaut, bewegen sich fast wie echte Menschen und erkennen sogar Gefühle: Der chinesische Robotikhersteller UBTECH setzt auf menschenähnliche Roboter als Begleiter im Alltag. Die Maschinen sehen Menschen zum Verwechseln ähnlich, tragen schicke Kleidung, sollen Gespräche führen und langfristig Unterstützung bieten.

KI-Roboter: Menschen zum Verwechseln ähnlich

Roboter sollen künftig nicht mehr nur in Fabriken arbeiten, sondern den Alltag von vielen Menschen ergänzen und erleichtern. Das ist zumindest der Plan von UBTECH, einem chinesischen Unternehmen, das neue humanoide Roboter auf den Markt bringt. Michael Tam, Chief Brand Officer von UBTECH sowie Präsident des Consumer Robotics Innovation Business, erklärte in einer Pressemitteilung, dass Begleitroboter künftig eine wichtige Rolle für das psychische Wohlbefinden spielen könnten.

Ein Mann (Mitte) nimmt gemeinsam mit menschenähnlichen Robotern an einer Vorführung während der Präsentation des menschenähnlichen Roboters am 30. Juni teil.
Ein Mann (Mitte) nimmt gemeinsam mit menschenähnlichen Robotern an einer Vorführung während der Präsentation des menschenähnlichen Roboters am 30. Juni teil.ADEK BERRY

Die neuen Roboter sollen nicht nur Aufgaben übernehmen, sondern auch Gespräche führen und emotionale Unterstützung bieten. Sie sind für einsame Senioren, Kinder, die getrennt von ihren Eltern aufwachsen, sowie Familien in schwierigen Lebenssituationen vorgesehen. Hintergrund seien laut Unternehmen mehr als 118 Millionen allein lebende Senioren in China.

Was besonders verrückt ist: Sie sollen sich nicht nur menschenähnlich verhalten, sondern sehen uns auch verdammt ähnlich! Sie tragen schicke, individuelle Kleidung, haben unterschiedliche Gesichter und Körper, verschiedene Frisuren und wirken auf den ersten Blick wirklich fast wie echte Menschen.

Der Roboter kostet nur 15.000 Euro

Bei einer Produktvorstellung in Shenzhen (China) stellte das Unternehmen die neue UWORLD U1-Serie vor. Nach eigenen Angaben handelt es sich um den weltweit ersten humanoiden Roboter in Originalgröße, der für die Serienproduktion entwickelt wurde.

Die Modelle werden mit 3D-Gesichtsrekonstruktion und einer Stimmnachbildung ausgestattet. Zusammen mit einem langfristigen Gedächtnis und einer auf Emotionen ausgelegten Künstlichen Intelligenz sollen sie Gespräche führen, Menschen wiedererkennen und langfristige psychologische Unterstützung ermöglichen.

Das Unternehmen stellte mit Silikonhaut, beruhigender Stimme und Künstlicher Intelligenz ausgestattete, besonders menschenähnliche Androiden als mögliche Hilfe gegen Einsamkeit vor.
Das Unternehmen stellte mit Silikonhaut, beruhigender Stimme und Künstlicher Intelligenz ausgestattete, besonders menschenähnliche Androiden als mögliche Hilfe gegen Einsamkeit vor.ADEK BERRY

Die neue U1-Serie umfasst drei Modelle: den U1 Lite, den U1 Pro und den U1 Ultra. Der Einstiegspreis liegt bei 119.800 Renminbi, also etwa 15.000 Euro. Bereits am Tag der Vorstellung gingen laut UBTECH 13.361 Bestellungen ein.

Der Hersteller gibt an, dass der Roboter über 88 Freiheitsgrade verfügt und damit rund 90 Prozent der grundlegenden menschlichen Bewegungen nachahmen kann. Ein eigenes Sprachmodell soll zudem mehr als 20 verschiedene Gefühlszustände erkennen.

Bald kommen die Roboter ins Wohnzimmer

Den Einsatz der Roboter sieht UBTECH unter anderem in der Altenpflege, als Alltagsbegleiter, bei psychologischer Unterstützung sowie in Hotels, Bildungseinrichtungen und Privathaushalten.

UBTECH-Gründer, Vorstandsvorsitzender und CEO James Zhou erklärte, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Robotern in drei Stufen entwickeln werde: Erst übernehmen Roboter gefährliche und sich wiederholende Arbeiten, um Menschen von riskanten Aufgaben zu entlasten. Anschließend ziehen sie als Begleiter und Helfer in den Alltag ein.

James Zhou, Gründer und CEO des Robotikunternehmens UBTECH Robotics, spricht bei der Vorstellung am 30. Juni 2026 in Shenzhen.
James Zhou, Gründer und CEO des Robotikunternehmens UBTECH Robotics, spricht bei der Vorstellung am 30. Juni 2026 in Shenzhen.ADEK BERRY

Langfristig sollen Menschen und intelligente Roboter nahezu nahtlos zusammenleben und interagieren. Das Jahr 2026 markiere dabei den Übergang von industriellen und kommerziellen Anwendungen hin zum Massenmarkt für Privatkunden.

Noch wirken humanoide Roboter wie Zukunftsmusik. Doch wenn die Pläne von UBTECH aufgehen, könnten sie schon in den kommenden Jahren in immer mehr Wohnzimmern, Pflegeeinrichtungen und Haushalten zum Alltag gehören.

Wie ist Ihre Meinung zu Robotern? Würden Sie sich einen kaufen? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.