Polizei warnt

Falsche Pflegekräfte rauben Berliner Senioren aus: So funktioniert der Toiletten-Trick

Falsche Pflegekräfte klingeln bei Senioren. Wer sie hereinlässt, riskiert den Verlust von Geld und Wertsachen.

Author - Stefan Doerr
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Derzeit sind angebliche Pflegedienstmitarbeiterinnen in Berlin unterwegs, um Senioren auszurauben (Symbolfoto).
Derzeit sind angebliche Pflegedienstmitarbeiterinnen in Berlin unterwegs, um Senioren auszurauben (Symbolfoto).Zoonar II/Imago

Die Frauen treten meist zu zweit auf, sie wirken hilfsbereit, freundlich und professionell. Doch wer ihnen die Tür öffnet, könnte am Ende Geld, Schmuck oder andere Wertsachen verlieren. Die Berliner Polizei warnt vor einer auffällig hohen Zahl von Trickdiebstählen im gesamten Stadtgebiet. Kriminelle geben sich als Pflegedienstmitarbeiter aus und rauben Seniorinnen und Senioren aus.

So zerstreuen die Kriminellen Misstrauen ihrer Opfer

Nach Angaben der Polizei treten die Tatverdächtigen meist zu zweit auf und geben sich als Mitarbeiterinnen eines Pflegedienstes aus. Mit vermeintlich plausiblen Geschichten verschaffen sie sich Zugang zu Wohnungen. So behaupten sie etwa, den Pflegegrad überprüfen, die Medikation kontrollieren oder den Blutdruck messen zu müssen. In anderen Fällen erklären sie, für Reinigungsarbeiten beauftragt worden zu sein.

Um Misstrauen zu zerstreuen, geben die Frauen laut Polizei häufig an, erst seit Kurzem bei einem Pflegedienst beschäftigt zu sein. So wollen sie erklären, warum die Bewohnerinnen und Bewohner sie noch nicht kennen.

Im Zweifelsfall sollten Senioren beim Pflegedienst anrufen und nachfragen.
Im Zweifelsfall sollten Senioren beim Pflegedienst anrufen und nachfragen.IMAGO/Fleig / Eibner-Pressefoto

Sobald die Betrügerinnen in der Wohnung sind, gehen sie ganz gezielt vor. Während eine der Frauen die Seniorinnen und Senioren in Gespräche verwickelt und ablenkt, nutzt die Komplizin die Gelegenheit. Unter einem Vorwand entfernt sie sich aus dem Zimmer. Meistens ist es die Bitte, kurz die Toilette benutzen zu dürfen. In Wahrheit durchsucht sie die Räume nach Bargeld, Schmuck oder anderen Wertsachen.

So schützen Sie sich vor den Betrügern

Die Polizei rät deshalb dringend zu besonderer Vorsicht. Fremden sollte die Wohnungstür grundsätzlich nicht geöffnet werden. Das gilt auch dann, wenn die Personen offiziell auftreten oder einen seriösen Eindruck machen.

Die wichtigsten Regeln: Lassen Sie nur Menschen in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder deren Besuch vom Pflegedienst angekündigt wurde. Verlangen Sie stets einen Dienstausweis und rufen Sie im Zweifel direkt beim Pflegedienst an.

Wer sich bedrängt fühlt, sollte Nachbarn um Hilfe bitten oder laut auf sich aufmerksam machen. Und wenn der Verdacht besteht, dass Betrüger am Werk sind, sofort die Polizei über die Notrufnummer 110 alarmieren.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com