Wie geht es weiter mit den Renten in Deutschland? Das von der Rentenkommission erarbeitete Reformpaket sieht weitreichende Änderungen für das deutsche Rentensystem vor. So soll das Renteneintrittsalter künftig schrittweise an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden.
Frühverrentungen nach 45 Jahren werden abgeschafft
Ab 2032 beginnt diese Dynamisierung, ab 2042 steigt die Altersgrenze dann alle zehn Jahre um ein halbes Jahr. So berichtet die „Bild am Sonntag“. In den 2090er-Jahren würde somit die Rente mit 70 erreicht. Faktisch betroffen wären davon vor allem heutige Kinder, während aktuelle Erwerbstätige nur teilweise von den Anpassungen betroffen wären. Gleichzeitig ist geplant, Frühverrentungen nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen. Ausnahmen sollen lediglich für gesundheitlich eingeschränkte Personen gelten.
Ein zentrales Element der Reform ist die Einführung einer Kapitalrente, um das Rentenniveau langfristig zu stabilisieren. Ein Teil der Beiträge soll künftig am Aktienmarkt angelegt werden. Zunächst ist ein Beitrag von einem Prozent des Bruttolohns vorgesehen, jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen. Perspektivisch soll dieser Anteil auf zwei Prozent steigen. Ziel ist es, das Rentenniveau langfristig auf etwa 50 Prozent anzuheben. Eine verpflichtende Betriebsrente ist dagegen vorerst nicht geplant, da sie als bürokratisch gilt.
Rentenniveau soll bei 48 Prozent bleiben
Zugleich soll der Nachhaltigkeitsfaktor wieder eingeführt werden. Dieser koppelt Rentenanpassungen an die Entwicklung der Beitragszahler und dämpft dadurch die Beitragssätze – allerdings auf Kosten geringerer Rentensteigerungen. Das Modell sieht vor, dass das Rentenniveau zum Zeitpunkt des Eintritts weiterhin bei 48 Prozent liegt, im Laufe der Rentenphase jedoch sinkt.

Die Kapitalrente soll dieses Minus ausgleichen, sodass das Gesamtversorgungsniveau ab etwa 2040 wieder steigt. Darüber hinaus will die Kommission den Kreis der Beitragszahler erweitern.




