Es war ein langer Weg mit vielen Rückschlägen, doch jetzt ist es offiziell: Norwegen wird den weltweit größten Schiffstunnel bauen. Nach langen Verhandlungen im norwegischen Parlament wurden Mittel für den Baubeginn des sogenannten Stad-Schiffstunnels bereitgestellt. Für den Tunnel ist ein unfassbarer Kostenrahmen von 8,6 Milliarden Norwegischen Kronen (786 Millionen Euro) und eine Anschubfinanzierung von 150 Millionen Kronen (13,7 Millionen Euro) vorgesehen.
Das steckt hinter dem Mega-Projekt
„Wir sind bereit, die notwendigen Prozesse einzuleiten, um einen Baubeginn Anfang 2027 zu ermöglichen", sagte Einar Vik Arset, Generaldirektor der norwegischen Küstenverwaltung Kystverket, laut einer offiziellen Mitteilung der Behörde.
Der Stad-Schiffstunnel ist ein Projekt der Superlative. Der Tunnel wird 1,7 Kilometer lang, 50 Meter hoch und 36 Meter breit sein. Er durchquert einen massiven Felsen auf der Halbinsel Stad an der norwegischen Westküste und verbindet den Moldefjord mit dem Vanylvsfjord. Selbst die großen Schiffe sollen hindurchpassen.
Gebaut wird er an einem der gefährlichsten Seeabschnitte Norwegens. Das Gebiet rund um Stadlandet hat das unbeständigste Wetter der gesamten Küste. Stürme und hohe Wellen machen die Passage für Schiffe regelmäßig gefährlich, manchmal tagelang unpassierbar. Der Tunnel soll das ändern.

Das Projekt hat eine turbulente Geschichte hinter sich. Die geschätzten Kosten für den 1,7 Kilometer langen Tunnel lagen 2025 bei 9,8 Milliarden Norwegischen Kronen. Nach der Parlamentswahl strich die Regierung im Haushaltsentwurf für 2026 die für den Tunnel vorgesehenen Mittel und kündigte an, das Projekt nicht weiterzuführen. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre begründete dies mit den gestiegenen Kosten und damit, dass diese Ausgaben nicht zu rechtfertigen seien.
Drei Firmen bewerben sich um den Bauauftrag
Nun hat das Parlament die Regierung überstimmt. Drei Bauunternehmen haben Angebote für den Hauptbauvertrag eingereicht: AF Gruppen, Eiffage Génie Civil sowie ein Zusammenschluss aus Skanska und Vassbakk & Stol. Die Bewertung der Angebote ist abgeschlossen. Nach der offiziellen Vergabeentscheidung beginnt eine Einspruchsfrist, bevor der Vertrag unterzeichnet werden kann.


