Kreuzfahrt der Superlative

Fußballstadion, Krankenhaus, Straßenbahn: Dieses Mega-Schiff sprengt alles

Das Luxus-Schiff soll Platz für bis zu 80.000 Passagiere bieten und eine schwimmende Megacity werden. Es könnte alles Bisherige in den Schatten stellen.

Author - Sebastian Krause
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So könnte es einmal auf der „Freedom Ship“ aussehen. Ein Fußballstadion auf einem Kreuzfahrtschiff.
So könnte es einmal auf der „Freedom Ship“ aussehen. Ein Fußballstadion auf einem Kreuzfahrtschiff.Freedom Cruise Line International, Inc.

Es klingt wie aus einem Science-Fiction-Film. Eine schwimmende Megacity peitscht auf einem Kreuzfahrtschiff durch die Meere dieser Welt. Was nach einem Hirngespinst klingt, soll mit der geplanten „Freedom Ship“ Wirklichkeit werden.

80.000 Menschen könnten auf dem Schiff leben

Das Schiff der Superlative soll nach aktuellen Plänen fast 1,6 Kilometer lang, rund 228 Meter breit und 30 Decks hoch sein. Der Ozean-Riese soll Platz für bis zu 80.000 Menschen bieten und würde damit alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Auf dem Schiff sollen etwa 50.000 feste Bewohner, 10.000 Besucher und rund 20.000 Crewmitglieder leben können. Das berichtet die britische Tageszeitung „The Telegraph”.

„Freedom Ship“ soll sogar ein Fußballstadion bekommen

Zum Vergleich: Selbst die „Star of the Seas“ von Royal Caribbean, eines der größten Passagierschiffe der Welt, bringt es auf rund 365 Meter Länge, 20 Decks und 5.610 Passagiere bei Doppelbelegung. Maximal sind 7.600 Gäste möglich, dazu kommen etwa 2.350 Crewmitglieder. Gegen die „Freedom Ship“ wirkt selbst dieser Koloss fast wie ein Beiboot.

Die Pläne der Macher wirken wie Science-Fiction für Superreiche. Auf dem Schiff soll es Schulen, Wohnungen, Geschäfte, Restaurants, ein hochmodernes Krankenhaus, einen Wasserpark, Museen, eine Konzerthalle und sogar ein 15.000 Plätze großes Fußballstadion geben. Auch eine eigene Straßenbahn ist geplant.

Schiff ist für normale Häfen viel zu groß

Wer auf dem Mega-Dampfer aber lieber zu Fuß unterwegs ist, soll sich über rund 24 Kilometer Wege bewegen können. Angetrieben wird die „Freedom Ship“ nach aktuellen Plänen mit Kernenergie.

Weil der Ozean-Riese viel zu groß für normale Häfen wäre, soll er überwiegend in internationalen Gewässern bleiben und die Erde in zwei bis drei Jahren umrunden. An Land ginge es dann per Fähre oder Helikopter. Die Betreiber verkaufen das Projekt nicht als Kreuzfahrtschiff, sondern als „dauerhaft mobile Stadt auf See“, wie es im „The Telegraph“ heißt.

Mega-Schiff könnte bis zu 14 Milliarden Euro kosten

Ganz neu ist die Idee allerdings nicht. Der US-Ingenieur Norman Nixon brachte das Projekt bereits in den 1990er-Jahren ins Gespräch. Seitdem kehrt die „Freedom Ship“ immer wieder als Vision zurück – gebaut wurde sie bis heute nicht.

So könnte die „Freedom Ship“ einmal aussehen.
So könnte die „Freedom Ship“ einmal aussehen.Freedom Cruise Line International, Inc.

Der Hauptgrund: das Geld. Nach aktuellen Angaben liegt der Preis für das Mammutprojekt bei umgerechnet rund 14 Milliarden Euro. Doch bevor der erste Stahl verbaut wird, müssen erst Investoren gefunden werden.

Kreuzfahrten boomen wieder massiv

Dass die Idee gerade jetzt wieder Schlagzeilen macht, kommt nicht von ungefähr. Kreuzfahrten boomen wieder massiv. 2025 starteten laut Statistischem Bundesamt rund 1,51 Millionen Menschen von deutschen Häfen aus zu einer Hochseekreuzfahrt – so viele wie noch nie. Das waren 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr und 13,5 Prozent mehr als vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019.

Auch europaweit zieht die Branche an. 2024 begannen 16,6 Prozent aller EU-Kreuzfahrtpassagiere ihre Reise in Deutschland – damit lag die Bundesrepublik als Ausgangsort auf Platz drei hinter Italien und Spanien. Der Deutsche Reiseverband meldet zudem, dass 2025 die Nordsee mit 37 Prozent das beliebteste Fahrtgebiet bei Hochseekreuzfahrten war, vor dem westlichen Mittelmeer mit 20 Prozent und dem Atlantikraum mit 14 Prozent.

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