Lindt hat wohl endlich begriffen, dass die Preispolitik zuletzt einfach übertrieben war! Obwohl der Kakaopreis in den vergangenen Monaten wieder gesunken ist, sind die Produkte von Lindt teurer geworden. Ein großer Aufreger waren bereits die Schokoladenweihnachtsmänner im Dezember. Doch auch die überteuerten Osterhasen hat in diesem Jahr kaum jemand angerührt. Fast schon traurig stehen sie Ende April immer noch in den Supermarktregalen – selbst mit 50 Prozent Rabatt werden sie nicht gekauft. Denn viele Schoki-Liebhaber boykottieren die Marke jetzt. Wird diese Maßnahme helfen?
Lindt senkt Preise nach Absatzflaute im Supermarkt
Weil Lindt-Schokolade sich in Deutschland deutlich schlechter verkauft, zieht der Hersteller nun Konsequenzen. Erstmals seit Jahren senkt Lindt & Sprüngli hierzulande ausgewählte Preise: Betroffen ist primär die günstigste Tafellinie „Classics“, die künftig preisbewusste Kunden zurückholen soll.

Wie die Lebensmittel Zeitung berichtet, reduziert Lindt die unverbindliche Preisempfehlung für eine 100‑Gramm-Tafel der Basis-Vollmilchsorten von bisher 2,69 Euro auf 2,19 Euro – also süße 50 Cent weniger! Weitere Preisanpassungen sind nach Unternehmensangaben bereits angekündigt und sollen im zweiten Halbjahr folgen.
Lindt wird teurer – die Kunden bleiben weg
Der Preisschritt nach unten kommt nicht zufällig. In den vergangenen Jahren hatte Lindt die Preise deutlich angehoben: konzernweit um rund 40 Prozent, allein 2025 um weitere 19 Prozent. Die Folge: Das Absatzvolumen ging weltweit um 6,6 Prozent zurück, in Deutschland sogar um mehr als 15 Prozent.

Zwar ist der Konzern für 2026 nach eigenen Angaben bereits vollständig mit Kakao eingedeckt und prüft globale Preisanpassungen erst ab 2027, doch für den deutschen Markt sind schon zuvor günstigere Angebote geplant. Dazu zählen einzelne Segmente im Jahr 2026 – unter anderem Teile des Weihnachtssortiments. So soll der 200‑Gramm-Weihnachtsmann von 8,99 auf 7,99 Euro (UVP) fallen.
Händler reagieren – Deutschland bleibt Schlüsselmarkt
Deutschland bleibt trotz der Schwächephase ein zentraler Markt für Lindt. Mit einem Umsatz von rund 937 Millionen Euro ist er der zweitwichtigste Absatzmarkt des Konzerns nach den USA. Die jetzt verbilligte „Classics“-Range gilt intern als Hebel, um verlorene Käufer zurückzugewinnen.

Doch der Druck aus dem Handel wächst. Edeka- und Rewe-Kaufleute berichten, dass sie ihre Lindt-Bestellungen künftig kürzen wollen und über mögliche Aussortierungen nachdenken.
Während Lindt jetzt auf niedrigere Preise setzt, wählt Konkurrent Milka einen anderen Weg. Die zur Mondelez-Gruppe gehörende Marke will den Absatz nicht über Rabatte, sondern mit neuen Tafel-Formaten ankurbeln. Ob das dieses Mal funktionieren wird? Letztes Mal hat ihre Umstellung von 100- auf 90-Gramm-Tafeln zum gleichen Preis ihnen den „Goldenen Windbeutel“ eingebracht – den Preis für die größte Mogelpackung in der deutschen Lebensmittelindustrie.


