Ganz Deutschland hat sich in den vergangenen Wochen über die heftigen Schokoladenpreis aufgeregt: Für viele waren Pralinen, Osterhasen und Tafeln des Herstellers so unerschwinglich, dass sie nur sparsam zugriffen. In vielen Supermärkten wurden die Produkte zu Ladenhütern – und wurden erst gekauft, als die Rabattschlacht begann, die Schokolade teilweise um 50 Prozent reduziert wurde. Da fragen sich viele: Warum gibt es eigentlich keine Schokolade von Lindt bei den Discountern Aldi und Lidl?
Kein Lindt bei Aldi und Lidl: Das ist der Grund
Hier kaufen viele Menschen ein, und würden sich sicher freuen, die Schokolade vom hochpreisigen Hersteller noch etwas günstiger zu bekommen. Lindt-Schokolade in den Regalen von Lidl und Aldi: Der Traum vieler Schnäppchenjäger!
Aber: Die Schokolade findet sich einfach nicht in den Regalen der Discounter, auch nicht zu Ostern oder Weihnachten. Stattdessen gibt es Eigenmarken und die Produkte anderer Hersteller.
Warum eigentlich? Das hat Adalbert Lechner, der Unternehmenschef von Lindt, in einem Interview mit der „Zeit“ im Dezember erzählt. Die Antwort – sie dürfte für viele Kunden von Aldi und Lidl ein Schlag ins Gesicht sein. Man fürchtet, dass die Marke im Kampf um den besten Preis Schaden nimmt! „Wir haben uns entschieden, nicht mit Aldi und Lidl zusammenzuarbeiten“, stellte der Lindt-Boss im Gespräch klar.

Der Grund: „Sonst enden wir bei immer mehr und stärkeren Sonderangeboten und entwerten unsere Marke.“ Denn das Geschäftsmodell der Discounter sei es, sich auf sehr beliebte Produkte zu konzentrieren und diese dann zum Tiefstpreis anzubieten. Und das bringt wiederum andere Handelspartner in Bedrängnis. Das Problem erklärt Lechner am Beispiel der beliebten „Lindor“-Kugeln. In einem klassischen Supermarkt stehen die roten Lindor-Kugeln – der Klassiker – neben zahlreichen anderen Sorten.
Rote Lindor-Kugeln als Beispiel für den Preiskampf
Aber: „Wenn ich jetzt die rote Lindor-Kugel an einen Discounter gebe, der die zum Tiefpreis verschleudert, setze ich meine guten anderen Handelspartner unter Druck, auch alle anderen Sorten im Preis zu senken, obwohl die aufgrund der Sortimentsvielfalt deutlich höhere Kosten haben“, sagt der Lindt-Chef.
Das wolle man nicht. „Unsere Strategie ist die Vielfalt in einem guten Markenumfeld.“ Es ist der Grund, warum Lindt nur bei Rewe und Edeka stattfindet. Für den Schokoladenhersteller ist das eine „Premiumplatzierung, die der Marke Raum gibt“.

Trotzdem sieht der Lindt-Chef Schokolade nicht als Luxusprodukt. Die Kaufkraft der Menschen sei über Jahre gestiegen. Aller: Der Anteil der Ausgaben für Lebensmittel sei gefallen, sagt er. Trotzdem macht sich die Preispolitik offenbar auch bei der Marke bemerkbar.
In der ersten Jahreshälfte 2025 seien die Preise für Lindt-Schokolade um 15,8 Prozent gestiegen, das verkaufte Volumen um 4,6 Prozent gefallen. Wie die Zahlen wohl bei den Osterprodukten ausfallen? Die Preise für goldene Osterhasen und Co. hatten auch im Netz für reichlich Wirbel gesorgt – viele Verbraucher schimpften darüber, dass die Schokolade so teuer ist. Und sprachen davon, den Kauf zu verweigern.
Dieses Produkt soll ein Ersatz für Lindor-Kugeln sein
Übrigens: Laut einem Bericht von Merkur gibt es für das Beispiel der Lindor-Kugeln auch ein Lidl-Produkt, das der beliebten Süßigkeit verblüffend ähnlich ist. Die „zartschmelzenden Kugeln“ von der Eigenmarke J.D. Gross enthalten sehr ähnliche Zutaten.
In der Vergangenheit bekam Lidl wegen einer solchen Ähnlichkeit aber auch schon Probleme: 2018 bot der Discounter einen Schokoosterhasen in einer goldenen Folie an, der dem Lindt-Hasen zum Verwechseln ähnlich sah. Der Schweizer Schoko-Gigant zog vor Gericht und gewann. Der Hase flog aus dem Lidl-Sortiment.


