Kakaopreise sinken

Ostern wird teuer: Schoko-Hasenpreise sorgen für Frust!

Preise für Hasen steigen deutlich, Verbraucher greifen seltener zu und Kritik an möglichen Mogelpackungen sorgt zusätzlich für Ärger.

Author - Tobias Esters
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Bunte Schoko-Ostereier gehören für viele zum Fest dazu – doch steigende Preise sorgen bei Verbrauchern zunehmend für Unmut.
Bunte Schoko-Ostereier gehören für viele zum Fest dazu – doch steigende Preise sorgen bei Verbrauchern zunehmend für Unmut.Barbara Neveu/CHROMORANGE

Im Supermarkt wird Ostern dieses Jahr richtig teuer. Vor allem Schoko-Hasen schlagen ordentlich zu Buche. Die Preise für die beliebten Süßigkeiten sind erneut deutlich gestiegen und sorgen bei vielen Kunden für Frust.

Marken-Schokohasen werden immer teurer

Eine Auswertung der Vergleichsapp Smhaggle für das Handelsblatt zeigt, dass Produkte großer Marken wie Lindt, Milka, Kinder und Ferrero je nach Größe um 7 bis 29 Prozent teurer sind als noch vor einem Jahr. Besonders deutlich wird das beim bekannten Lindt-Goldhasen. Die 100-Gramm-Version kostet 70 Cent mehr, die kleinere Variante ist um 50 Cent teurer geworden. Hochgerechnet liegt der Kilopreis inzwischen bei bis zu 65 Euro.

Das sorgt für Verwunderung, denn die Rohkakaopreise sind zuletzt wieder gesunken. Anfang März lag der Preis laut internationaler Kakaoorganisation bei rund 2600 Euro pro Tonne und damit wieder auf dem Niveau von 2023. Doch die Hersteller verweisen darauf, dass Kakao langfristig eingekauft wird. Sinkende Börsenpreise kommen deshalb oft erst mit Verzögerung im Handel an. Gleichzeitig bleiben andere Kosten hoch, etwa für Verpackung oder zusätzliche Zutaten.

Die goldenen Lindt-Hasen werden immer teurer.
Die goldenen Lindt-Hasen werden immer teurer.Wolfgang Maria Weber/imago

Für viele Verbraucher ist die Schmerzgrenze offenbar erreicht. Schokolade hat sich in den vergangenen Jahren stark verteuert. Laut Statistischem Bundesamt kostet eine Tafel inzwischen rund 70 Prozent mehr als noch 2020. Viele greifen deshalb seltener zu. Laut einer Yougov-Umfrage isst jeder Zweite weniger Schokolade als vor zwei Jahren.

Schokolade bleibt ein Luxusprodukt

Besonders deutlich zeigt sich das im Saison-Geschäft. Der Absatz von Osterschokolade ist zuletzt um 11 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig greifen immer mehr Kunden gezielt zu Sonderangeboten. Trotz sinkender Nachfrage halten viele Hersteller jedoch an ihren Preisen fest. Experten sehen darin eine bewusste Strategie, Markenprodukte stärker als Premiumware zu positionieren.

Wie hoch die Preise inzwischen sind, zeigt auch ein Beispiel aus dem Handel. Eine 750-Gramm-Dose Lindt-Kugeln in einer speziellen Oster-Dose kostet aktuell rund 49,92 Euro. Für viele Kunden ist das längst kein alltäglicher Süßigkeitenkauf mehr.

Vorwurf der Mogelpackung bei Oster-Eiern

Zusätzlich sorgt derzeit ein weiterer Punkt für Kritik. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch macht auf mögliche Mogelpackungen aufmerksam. In einem Facebook-Video ist zu sehen, dass Schoko-Ostereier von Milka offenbar nicht vollständig gefüllt sind. Während die Produkte in der Werbung massiv wirken, zeigt das Video Luft im Inneren der Eier.

Für viele Verbraucher ist das ein weiterer Grund, beim Einkauf genauer hinzusehen. Klar ist: Die Kombination aus steigenden Preisen und wachsender Kritik könnte das Ostergeschäft für die Hersteller in diesem Jahr deutlich schwieriger machen.

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