Viele Menschen fürchten sich vor der Rentenzeit – denn sie haben Angst, im Alter nicht genug Geld zur Verfügung zu haben. Ein paar Jahrgänge trifft es noch härter als den Durchschnitt: Aus verschiedenen Gründen bekommen sie im Alter weniger Geld als andere Generationen. Aber woran liegt das und welche Geburtenjahrgänge sind besonders betroffen und bekommen die niedrigsten Renten? Hier können Sie nachlesen, ob Sie auch dazugehören.
Für niedrige Renten gibt es sehr unterschiedliche Gründe
Viele träumen von einer guten Rente – doch leider kommt beim Wunsch nach einer ordentlichen Absicherung im Alter zu oft der Alltag dazwischen. Brüche im Arbeitsleben sorgen beispielsweise dafür, dass die Rente am Ende niedriger ausfällt.
Doch man hat es nicht nur selbst in der Hand. Auch Rentenreformen und gesellschaftliche Entwicklungen leisten ihren Beitrag dazu, dass bei manchen Jahrgängen wesentlich weniger Geld auf dem Rentenzettel steht als bei anderen.
Besonders betroffen sind laut einer Analyse des „Stern“ die Jahrgänge 1949, 1948, 1950 und 1952. Das Magazin zieht für die Analyse das Rentenniveau heran. Es sagt aus, wie hoch die reguläre Standard-Rente im Vergleich zum durchschnittlichen Einkommen eines Arbeitnehmers war. Besonders niedrig war das Rentenniveau in den Jahren 2014, 2016 und 2018 (jeweils 48,1 Prozent) sowie 2015 (47,7 Prozent).
Rechnet man nun unter Berücksichtigung des geltenden Renteneintrittsalters zurück, landet man bei den Jahrgängen 1948, 1949, 1950 und 1952. Statistisch gesehen sind diese Jahrgänge also jene mit den niedrigsten Renten.

Allerdings ist die individuelle Höhe der Rente von vielen Faktoren abhängig – es ist der Grund, warum auch in der Zukunft viele Rentner mit sehr kleinen Renten werden leben müssen.
Laut Berichten sind vor allem drei Gruppen betroffen. Zum einen haben viele Menschen der Jahrgänge 1964 und jünger das Problem der niedrigen Renten. Der Grund: Es sind die ersten Jahrgänge, bei denen es die Regelaltersgrenze von 67 Jahren gibt. Das bedeutet: Sie können abschlagsfrei erst im Jahr 2031 in Rente gehen. Wer früher das Rentnerleben genießen möchte, muss dafür auf Geld verzichten.
Brüche in der Biografie sorgen für Einbußen bei der Rente
Betroffen sind auch die Menschen, die in den späten 50er-Jahren bis in die frühen 60er-Jahre geboren wurden. Der Grund hier: Die Menschen, die zu diesen Generationen gehören, werden von mehreren Rentenreformen erwischt.
Ein Beispiel ist der Nachhaltigkeitsfaktor: Er gilt seit 2005 und koppelt die demografische Entwicklung an die Höhe der Rente. Wenn also etwa weniger Beitragszahler eine größere Anzahl an Rentnern finanzieren, dann fallen die Rentenanpassungen niedriger aus.
Doch diese Generationen haben noch ein anderes Problem: Sie werden oft von brüchigen Erwerbsbiografien eingeholt. Denn mitten in ihrem Arbeitsleben liegt die Deutsche Wiedervereinigung, die bei vielen dazu führte, dass sie sich auf dem Arbeitsmarkt neu orientieren mussten.
Und nicht zuletzt sind auch Frauen stark betroffen: Die Jahrgänge zwischen 1955 und 1970 haben hier laut „Focus“ häufig besonders niedrige Renten, weil Unterbrechungen im Arbeitsleben für Kindererziehung und Pflege auch zu Einbußen bei der späteren Rente führen können.

Rente fällt bei allen Menschen unterschiedlich aus
Natürlich sind auch niedrige Löhne und das Arbeiten in Teilzeit ein Risikofaktor für eine niedrige Rente im Alter. Die Höhe der Rente ist allerdings bei jedem Arbeitnehmer individuell und lässt sich nur schwer verallgemeinern oder mit Statistiken vorhersagen. Und nicht jeder Arbeitnehmer aus den entsprechenden Jahrgängen muss zu den Renten-Verlierern gehören. Die wahre Höhe der Rente erfährt man schließlich nur an einer einzigen Stelle: auf dem Rentenbescheid.



