Die Tickets gab’s an Fahrkarten-Automaten. imago/Steinach

Noch bevor das 9-Euro-Ticket kommt, haben möglicherweise bis zu 50.000 Studierende ein noch viel günstigeres Dauerticket erworben, ganz legal. Zugrunde liegt offenbar ein Fehler an Ticketautomaten im Großraum Nürnberg. Studierende in Erlangen und Nürnberg konnten an den Automaten eine Semesterkarte zu einem Spottpreis erwerben.

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Die für ein halbes Jahr gültigen Fahrkarten seien für 2,07 Euro verkauft worden, sollten aber eigentlich 207 Euro kosten, so ein Sprecher des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) am Dienstag. Zunächst hatten die Nürnberger Nachrichten berichtet.

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Verrutscht war also ein Komma, mit dramatischen Folgen: Dem VGN könnten Millioneneinnahmen durch die Lappen gegangen sein. Doch noch ist nicht ganz klar, ob die Tickets trotz des Fehlers tatsächlich gültig bleiben. Der Fehler war laut dem VGN-Sprecher am Montag bemerkt und behoben worden. Man wisse aber noch nicht, wann er auftrat, auch die Ursache müsse noch ermittelt werden. Die billigen Fahrkarten habe es nur an Automaten der Deutschen Bahn und nicht an anderen Automaten oder online gegeben.

In den sozialen Medien verbreitete sich die Nachricht vom Schnäppchen-Ticket wie ein Lauffeuer

Wie viele Studierende zum Schnäppchenpreis zuschlugen, wussten die Verantwortlichen zunächst nicht. „Da es sich über soziale Medien verbreitet hat, müssen wir aber von einem größeren Personenkreis ausgehen“, sagte der VGN-Sprecher. Auf einer Preistipp-Seite wurde etwa mit „-99%“ auf den Fehler aufmerksam gemacht.

Medienberichten zufolge gab es an den Automaten großen Andrang, auf Fotos sind lange Schlangen zu sehen. An den teilnehmenden Hochschulen waren im Wintersemester mehr als 50.000 Studierende eingeschrieben. Mit dem Semesterticket kann man rund um die Uhr den ÖPNV in weiten Teilen Nordbayerns nutzen.