Das Super-Ticket wurde für 2,07 Euro verkauft. dpa/Gregor Bauernfeind

Was für ein irres Schnäppchen: Noch vor Einführung des 9-Euro-Tickets haben Tausende Studierende ein Ticket erworben, dass ihnen für 2,07 Euro erlauben sollte, ein halbes Jahr Busse und Bahnen im Großraum Nürnberg zu benutzen. Bis zu 50.000 in Universitäten eingeschriebene Fahrgäste könnten bereits davon Gebrauch gemacht haben. Offiziell kosten die Tickets aber tatsächlich 270 Euro, also hundertmal so viel. Dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) wären Millionen Euro durch die Lappen gegangen.

Es war ein Fehler, der nun offiziell korrigiert wurde, teilte der VGN nun mit. Das Ticket hätte so nicht verkauft werden dürfen, es gelte nur der genehmigte und veröffentlichte Tarif. Doch die Tickets wurden legal an Automaten der Deutschen Bahn gekauft, müssten sie nicht dann trotzdem gültig sein? Zumal viele sie ja bereits genutzt haben und nun fröhlich Busse und Bahnen nutzen. Sind sie dann Schwarzfahrer?

Kulanz-Übergangslösung für Schnäppchenticket-Käufer: Fahrscheine bleiben vorerst gültig

Das nicht, aber gültig sind die Tickets trotzdem nicht. Mit einer Kulanz-Übergangslösung will der VGN die verfahrene Situation nun auflösen: Wer tatsächlich ein halbes Jahr mit dem Semesterticket fahren möchte, muss doch den vollen Preis bezahlen. Doch bis Ende der Osterferien am 24. April dürfen die Studierenden noch ohne Mehrpreis mit der fehlerhaften Karte fahren. Gemeinsam mit Vertretern der Hochschulen und der Studierenden sei diese Kulanzlösung erarbeitet worden.

Ab dem 25. April verliert das Pannen-Ticket definitiv seine Gültigkeit. Um den Tarif weiter zu nutzen, muss die reguläre Karte zum vollen Preis von 207 Euro erworben werden. Eine Verrechnung der 2,07 Euro sei aus technischen Gründen nicht möglich, heißt es. Am Ende würden die Schnäppchenjäger tatsächlich also noch mehr bezahlen, als wenn sie von vornherein den korrekten Preis entrichtet hätten: Da ist der Ärger bei vielen Betroffenen programmiert. Doch wer wirklich nur wegen des Spottpreises große Augen bekommen hat und das Ticket während dieser Übergangszeit doch nicht haben will, kann es einfach wieder zurückgeben und sich die 2,07 Euro erstatten lassen.

Bis zu 50.000 Studierende könnten von dem VGN-Schnäppchen-Ticket Gebrauch gemacht haben

Die Nachricht über das vermeintliche Schnäppchen hatte sich am Montag wie ein Lauffeuer etwa in sozialen Medien verbreitet und Massen von Studierenden an die Automaten gelockt. An den teilnehmenden Hochschulen waren im Wintersemester mehr als 50.000 Studierende eingeschrieben. Wie viele sich die Billig-Tickets für 2,07 Euro holten, war auch am Mittwoch noch unklar. Mit der Fahrkarte kann man rund um die Uhr den ÖPNV in weiten Teilen Nordbayerns nutzen.

Der Fehler war nur an Automaten der Deutschen Bahn, nicht etwa im Onlineverkauf oder an anderen Automaten aufgetreten. Laut VGN war er aus noch ungeklärter Ursache mit einer neuen Version der Gerätesoftware bereits am vergangenen Freitag aufgespielt worden, am Montag wurde er behoben.