Trump macht Druck

Diese beliebte Karibikinsel verliert ihre Touristen in Rekordtempo

Auf Kuba sind die Besucherzahlen 2026 um fast 60 Prozent eingebrochen. Schuld ist der wachsende Druck der USA.

Author - Tobias Esters
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Müllberge in den Straßen von Havanna: Der Treibstoffmangel legt auf Kuba ganze Wirtschaftszweige lahm, bis hin zur Müllabfuhr.
Müllberge in den Straßen von Havanna: Der Treibstoffmangel legt auf Kuba ganze Wirtschaftszweige lahm, bis hin zur Müllabfuhr.Jorge Luis Banos/AP/dpa

Sonne, Strände, bunte Oldtimer: Kuba galt jahrzehntelang als Sehnsuchtsziel. Doch in diesem Jahr bleiben die Urlauber aus, und das mit voller Wucht. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 reisten weniger als 360.000 Menschen auf die Karibikinsel. Das ist ein Rückgang von 58,4 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie aus Zahlen der kubanischen Statistikbehörde Onei hervorgeht.

USA nehmen gezielt den Tourismus ins Visier

Der Grund liegt in Washington. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat im Rahmen ihrer Druckkampagne gegen die kubanische Führung gezielt den Tourismus ins Visier genommen, eine der wichtigsten Einnahmequellen des klammen Staates. Mit Folgen: Mehrere ausländische Fluggesellschaften und Hotelbetreiber haben ihr Geschäft auf der Insel eingestellt.

Anfang des Monats kündigte Air Canada an, seine Flüge nach Kuba auf unbestimmte Zeit auszusetzen, und verwies zur Begründung auf die „anhaltende politische und wirtschaftliche Unsicherheit“. Besonders bitter: Nach den Onei-Zahlen stellten die Kanadier in diesem Jahr mit Abstand die größte Gruppe ausländischer Besucher.

Auch die spanischen Hotelketten Meliá und Iberostar zogen sich aus zahlreichen Häusern zurück. Hintergrund ist eine Frist der US-Regierung zum 5. Juni, bis zu dem Unternehmen ihre Geschäfte mit dem kubanischen Konzern Gaesa beenden sollten. Das Mischunternehmen wird vom kubanischen Militär kontrolliert. US-Außenminister Marco Rubio warf Gaesa vor, als „Staat im Staate“ zu agieren.

Ein Mann sucht in einem Müllhaufen nach zu rettenden Gegenständen.
Ein Mann sucht in einem Müllhaufen nach zu rettenden Gegenständen.Ramon Espinosa/AP/dpa

Für die Menschen auf Kuba sind die Folgen drastisch. Die US-Sanktionen und eine faktische Ölblockade verschärfen ohnehin bestehende Engpässe bei Treibstoff, Medikamenten und Lebensmitteln. Besonders erschütternd ist eine Zahl, die die staatliche Nachrichtenseite Cubadebate meldete: Die Überlebensrate von Kindern mit Krebs sei seit Januar von 85 auf 65 Prozent gesunken. Im Januar hatte Trump gedroht, jedes Land und jedes Unternehmen mit Sanktionen zu belegen, das Kuba mit Öl beliefert.

Müllberge und Proteste im Dunkeln

Der Treibstoffmangel legt ganze Wirtschaftszweige lahm, bis hin zur Müllabfuhr, sodass sich in den Straßen der Müll türmt. Langanhaltende und weit verbreitete Stromausfälle haben auf der Insel sogar zu seltenen Protesten geführt, obwohl öffentlicher Widerspruch dort oft mit langen Haftstrafen geahndet wird.

Wie sehr der Mangel inzwischen den Alltag durchdringt, zeigt ein Detail, über das die Nachrichtenagentur AFP berichtete: Selbst Hostien werden knapp. Mehrere katholische Priester berichteten demnach, sie seien gebeten worden, die Oblaten zu rationieren. Hergestellt werden sie in einem Kloster in der Hauptstadt Havanna, wo die Nonnen kaum noch mit der Produktion nachkommen, weil ihr Strom oft nur zwei Stunden am Tag fließt.

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