Wenn die Sonne über Havanna untergeht, geht mit ihr oft gleich das Licht. Die Karibikinsel, die als Sehnsuchtsziel für Pauschalurlauber und Individualreisende galt, steckt tief in einer Krise. Auf Kuba ist der Strom knapp, und die Folgen treffen längst nicht nur die Einheimischen. Jetzt reagiert auch das Auswärtige Amt mit einer klaren Warnung an Oster-Urlauber.
Hotels schließen, Flüge werden gestrichen
Die Traumstrände sind noch da, das türkisfarbene Wasser ebenso. Doch dahinter bröckelt die Infrastruktur. Stromausfälle gehören inzwischen zum Alltag. Etliche Hotels haben schon geschlossen, Flüge fallen aus. Für Touristen wird die Lage auf Kuba zunehmend unberechenbar.
Besonders dramatisch ist die Situation im Gesundheitssektor, warnt das Auswärtige Amt. Die medizinische Versorgung, ohnehin seit Jahren angeschlagen, ist durch die Energiekrise massiv beeinträchtigt. Kliniken kämpfen mit Ausfällen, Geräte stehen still. Wer ernsthaft erkrankt, hat es schwer.

Auch Rücktransporte ins Ausland sind kaum noch planbar. Seit dem 9. Februar können Flugzeuge vor Ort nicht mehr betankt werden, ein logistischer Kollaps mit weitreichenden Folgen.
Zahlreiche Airlines haben reagiert und ihre Direktverbindungen aus Europa bis Ende Mai gestrichen. Gleichzeitig mussten mehrere Hotels den Betrieb einstellen. Für Urlauber bedeutet das: Selbst wenn sie es auf die Insel schaffen, ist unklar, ob sie bleiben können oder am Urlaubsende wieder wegkommen.
„Von Reisen nach Kuba wird derzeit dringend abgeraten“, heißt es vom Ministerium. Die Energiekrise treffe auf die marode Energieinfrastruktur im Land. „Das Ausbleiben von Öl- und Treibstofflieferungen aus dem Ausland führt zu erheblichen Ausfällen bei der Energie- und Treibstoffversorgung, die sich auf alle Lebensbereiche auswirken.“
Proteste der leidenden Bevölkerung
Was das konkret heißt, erleben die Menschen vor Ort täglich. Fällt der Strom aus, gibt es oft auch kein warmes Wasser. Lebensmittel verderben, weil die Kühlung fehlt. Nachts versinken ganze Straßenzüge im Dunkeln, Ampeln funktionieren nicht, Geldautomaten streiken. Selbst Mobilfunk und Internet brechen regelmäßig zusammen.
Die Energieknappheit ist kein neues Problem, doch sie spitzt sich weiter zu. Schon in den vergangenen Jahren gab es geplante, stundenlange Stromabschaltungen. Jetzt aber geraten selbst diese Maßnahmen außer Kontrolle. Die Folgen: wachsende Unzufriedenheit – und immer wieder Unruhen.


