Wut-Demo

Stau-Alarm in Berlin wegen Autokorso gegen die Fahrschul-Reform

Von 11 bis 15 Uhr ist die Strecke quer durch Berlin bis zum Brandenburger Tor gesperrt.

Author - Stefan Doerr
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Die geplante Fahrschul-Reform sorgt für Wut.
Die geplante Fahrschul-Reform sorgt für Wut.Swen Pförtner/dpa

Berlin droht heute am Donnerstag, 19. März, Verkehrschaos. Ausgerechnet ein Autokorso sorgt für massive Einschränkungen auf den Straßen der Hauptstadt. Die Wut richtet sich gegen die geplante umstrittene Fahrschul-Reform.

Strecke führt über die Straße des 17. Juni

Statt stehender Blechlawinen sind es diesmal rollende Proteste, die den Verkehr ausbremsen. Ab 11 Uhr setzt sich am Olympischen Platz in Westend ein Autokorso in Bewegung, der quer durch die Stadt führt. Nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale (VIZ) werden mehrere hundert Teilnehmer erwartet.

Vom Olympischen Platz rollt der Protest-Korso über Olympische Straße und Reichsstraße zum Theodor-Heuss-Platz, weiter über Kaiserdamm und Bismarckstraße zum Ernst-Reuter-Platz. Anschließend führt die Strecke über die Straße des 17. Juni, den Großen Stern bis hin zum Brandenburger Tor. Dort soll die Protestfahrt laut Polizei gegen 15 Uhr enden.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will den Führerschein günstiger machen. Auf Kosten der Verkehrssicherheit?
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will den Führerschein günstiger machen. Auf Kosten der Verkehrssicherheit?Pawel Supernak/dpa

Hintergrund der Aktion ist die geplante Reform der Fahrschulausbildung, die in der Branche für erheblichen Unmut sorgt. Fahrausbilder laufen Sturm gegen die Pläne aus dem Bundesverkehrsministerium. Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will die Ausbildung zum Führerschein günstiger machen.

Online-Unterricht für Fahrschüler geplant

In den vergangenen Jahren waren die Kosten für Unterricht sowie theoretische und praktische Prüfungen deutlich gestiegen. Ziel der Reform ist es, die individuelle Mobilität zu stärken – insbesondere in ländlichen Regionen.

Dafür stehen mehrere Änderungen im Raum: Künftig könnte theoretisches Wissen verstärkt online vermittelt oder eigenständig erarbeitet werden. Auch eine Reduzierung des Fragenkatalogs wird diskutiert.

Besonders umstritten ist jedoch ein weiterer Vorschlag: die sogenannte Laienausbildung. Bislang dürfen nur ausgebildete Fahrlehrer praktische Fahrstunden geben. Nach den Plänen des Ministers könnten künftig – unter klaren Vorgaben – auch Familienangehörige Teile der Ausbildung übernehmen.

Für viele Fahrlehrer geht das zu weit. Ihr Protest für Verkehrssicherheit, faire Rahmenbedingungen und den Erhalt von Fahrschulen rollt nun mitten durch Berlin – mit spürbaren Folgen für alle, die am Donnerstag auf den Straßen unterwegs sind.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com