Immer mehr Diebstähle an SB-Kassen bringen Supermärkte unter Druck – erste Händler reagieren jetzt drastisch. In Berlin hat eine Netto-Filiale den Zugang zu Selbstbedienungskassen in einer Filiale bereits eingeschränkt. Doch Kaufland geht einen ganz anderen Weg – und setzt jetzt auf Technik statt Verbote.
Kaufland baut SB-Kassen weiter aus
Während bei einem Netto in Berlin Prenzlauer Berg nur noch registrierte Kunden an die SB-Kassen dürfen, hält Kaufland an seinem Konzept fest und baut es sogar weiter aus. „Seit 2015 hat Kaufland in ausgewählten Filialen Selbstbedienungskassen im Einsatz“, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Die Kassen seien ein zusätzlicher Service und würden von den Kunden gut angenommen.
Aktuell gibt es bundesweit bereits in über 300 Filialen SB-Kassen, allein in diesem Jahr sollen 220 weitere dazukommen. Ziel ist es, künftig alle Standorte in Deutschland damit auszustatten.
Ein wichtiger Baustein ist dabei das sogenannte „K-Scan“-System. Kunden scannen ihre Produkte direkt während des Einkaufs – entweder mit einem Handscanner oder über das Smartphone. Voraussetzung ist eine Registrierung bei der Kaufland Card XTRA. „Wer K-Scan einmal ausprobiert, der bleibt in der Regel auch dabei“, so Kaufland. Vor allem bei größeren Wocheneinkäufen werde das System stark genutzt.

Beim Thema Diebstahl setzt Kaufland nicht auf Zugangsbeschränkungen, sondern auf ein ganzes Paket an Maßnahmen. „Zur Diebstahlprävention wenden wir im SB-Kassenbereich verschiedene Maßnahmen an“, erklärt das Unternehmen. Dazu gehören Kontrollwaagen, stichprobenartige Re-Scans durch Mitarbeiter sowie Ausgangsschranken, die sich nur mit gescanntem Kassenzettel öffnen lassen. Zudem ist immer Personal im SB-Kassenbereich präsent.
Kaufland setzt bei SB-Kassen auf künstliche Intelligenz
Zunehmend kommt auch künstliche Intelligenz zum Einsatz. Ein eigenes Modell analysiert auffällige Warenkörbe aus der Vergangenheit und hilft dabei, Kontrollen gezielter einzusetzen. „Wer alles richtig scannt, wird künftig deutlich seltener kontrolliert“, heißt es.


