Sinkende Nachfrage

Lindt senkt Schoko-Preise: Jetzt wird sogar der Weihnachtsmann billiger

Nach Absatzrückgängen reagiert Lindt: Erste Tafeln werden günstiger – auch Saisonware soll im Preis fallen.

Author - Tobias Esters
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Wird günstiger: Lindt senkt die Preise – auch der klassische Schoko-Weihnachtsmann soll weniger kosten. (Symbolbild)
Wird günstiger: Lindt senkt die Preise – auch der klassische Schoko-Weihnachtsmann soll weniger kosten. (Symbolbild)Fleig / Eibner-Pressefot/IMAGO

Nach Jahren steigender Preise vollzieht Lindt & Sprüngli in Deutschland eine Kehrtwende. Wie die Lebensmittel Zeitung berichtet, senkt der Premiumhersteller erstmals wieder Preise – zunächst bei ausgewählten Produkten. Im Fokus steht dabei die sogenannte „Classics“-Reihe, also die günstigeren Tafeln im Sortiment.

Hersteller senkt Preise für Tafeln und Saisonartikel

Konkret reduziert sich die unverbindliche Preisempfehlung für eine 100-Gramm-Tafel Vollmilchschokolade laut LZ von 2,69 Euro auf 2,19 Euro. Weitere Preisanpassungen seien im Laufe des Jahres geplant. Auch saisonale Artikel sollen günstiger werden: So soll der 200-Gramm-Weihnachtsmann im UVP von 8,99 Euro auf 7,99 Euro sinken.

Der Schritt folgt auf deutliche Preissteigerungen in den vergangenen Jahren. Laut Bericht hatte Lindt seine Preise konzernweit um rund 40 Prozent angehoben, allein 2025 lag das Plus bei etwa 19 Prozent. Gleichzeitig gingen die Absätze zurück: Weltweit sank das Volumen demnach um 6,6 Prozent, in Deutschland sogar um mehr als 15 Prozent.

Für Lindt ist das besonders relevant. Mit einem Umsatz von rund 937 Millionen Euro zählt Deutschland laut Lebensmittel Zeitung zu den wichtigsten Märkten des Konzerns – nur die USA sind bedeutender.

Auch beim Ostergeschäft schwächelt Lindt: Die Schoko-Hasen verkauften sich zuletzt schlechter als erwartet.
Auch beim Ostergeschäft schwächelt Lindt: Die Schoko-Hasen verkauften sich zuletzt schlechter als erwartet.Wolfgang Maria Weber/imago

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass selbst etablierte Premiumhersteller auf sinkende Nachfrage reagieren müssen. Marktanalysen zeigen, dass sich der Schokoladenmarkt zunehmend in zwei Richtungen bewegt: auf der einen Seite preisgünstige Produkte für kostenbewusste Käufer, auf der anderen Seite hochpreisige Premiumangebote. Gleichzeitig steigen die Produktionskosten – insbesondere für Kakao – schneller als die Nachfrage, was den Druck auf Hersteller zusätzlich erhöht.

Handel reagiert bereits auf schwächere Nachfrage

Auch im Handel macht sich die Entwicklung bemerkbar. Händler von Edeka und Rewe berichten laut Bericht, dass sie ihre Bestellungen künftig reduzieren wollen. Selbst das wichtige Ostergeschäft verlief schwächer als erwartet.

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