Familie, Freunde und Bekannte einer 50-jährigen Kassiererin bei Ikea bekamen jahrelang gewünschte Waren des Möbelhauses zum Nulltarif. Mit einem ausgeklügelten System hat die Frau den Betrug in einer Ikea-Filiale in Freiburg betrieben. Jetzt wurden Beteiligte des Betrugs zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die 50-jährige Hauptangeklagte allerdings erschien nicht vor Gericht.
Ikea-Mitarbeiterin ließ nicht nur gratis einkaufen
Die 50-Jährige nutzte ihre Position in dem Ikea-Möbelhaus in Freiburg (Baden-Württemberg) um Freunde, Bekannte und Familienmitglieder durch ihre Kasse zu lassen, ohne deren Waren zu scannen oder zu kassieren. In 218 dokumentierten Fällen sollen so Möbel, Lampen und Haushaltsartikel verschwunden sein – im Wert von 130.000 Euro.
In einigen Fällen soll die Frau zudem Kassenbons regulär zahlender Kunden einbehalten haben. Ihre Komplizen suchten anschließend gezielt die entsprechenden Artikel in dem Ikea-Möbelhaus zusammen und gaben sie mit den Originalbelegen zurück. Der angeblich bezahlte Kaufpreis wurde erstattet.

Wunschliste für Möbel-Klau per WhatsApp
Auch der Ehemann und die Tochter der Kassiererin sollen von den Diebstählen profitiert haben. Ein Mitangeklagter schilderte vor Gericht, dass das Passieren der Kasse ohne Bezahlung „zur Routine“ geworden sei. Teilweise seien sogar Wunschlisten per WhatsApp verschickt worden, welche Möbel auf diese Weise beschafft werden sollten. Ein Teil der Beute wurde privat genutzt, ein anderer Teil über Online-Plattformen weiterverkauft.
Bewährungsstrafen für den Bandendiebstahl bei Ikea
Am Montag standen fünf geständige Angeklagte im Alter von 26 bis 46 Jahren vor dem Amtsgericht Freiburg. Sie wurden zu Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und vier Monaten sowie zwei Jahren verurteilt. Wann die Kassiererin selbst verurteilt werden könnte, ist noch unklar. Sie ist nach Auskunft ihres Anwalts mehrere Wochen krankgeschrieben. Für sie wird die Strafe wohl deutlich höher ausfallen. Mehrere Jahre Haft gelten als wahrscheinlich.
