Was gehört bei Ihnen auf den Frühstückstisch? Bei vielen ist es neben Wurst, Käse und Marmelade auch Honig. Das Naturprodukt gibt es in jedem Supermarkt, die Preise sind teilweise alles andere als süß – und das, obwohl die Verbraucher oft gar nicht wissen, woher der Inhalt eigentlich genau kommt. Doch das ändert sich jetzt! Eine neue Kennzeichnung auf dem Honig soll es Verbrauchern noch einfacher machen, den Überblick zu behalten. Wir verraten, was Sie in Zukunft im Supermarkt erwartet.
Honig muss ab Juni klarer gekennzeichnet sein
Wer schon einmal Honig eingekauft hat, der hat sich eine Frage ganz bestimmt gestellt: Was bedeutet es eigentlich, wenn auf den Gläsern der Satz „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ steht? Der Honig kommt nicht etwa aus einem Bienenstock. Von Romantik keine Spur. Stattdessen wird er überall auf dem Planeten eingekauft, gemischt – und was am Ende auf dem Frühstücksbrötchen landet, weiß keiner mehr so genau. Doch genau das ändert sich ab Juni.
Eine neue Regel soll für mehr Übersicht auf dem Markt sorgen – und es Kunden ermöglichen, den Inhalt des Honigglases besser einordnen zu können. Statt des kryptischen Satzes, der gar nichts über den Honig im Glas aussagt, soll zukünftig genau aufgelistet werden, aus welchen Ländern der Honig kommt.
Und nicht nur das: auch die Anteile an der jeweiligen Mischung sollen aufgelistet werden. Die Kunden erwartet auf dem Etikett ihres Honigglases also bald eine größere Liste. Alle Herkunftsländer müssen mit Anteilen in absteigender Reihenfolge verewigt werden.

Darüber dürfen sich nicht nur die Kunden freuen, sondern auch die heimischen Imker. Denn Billigware überflutet den Markt. Imkerverbände wie der Deutsche Imkerbund (DIB) begrüßen die neue Regel, weil Verbraucher jetzt noch einfacher erkennen können, welcher Honig wirklich aus Deutschland kommt. Dann können sie gezielt zu den entsprechenden Produkten greifen.
So erkennen Sie, ob Honig aus Deutschland kommt
Dass der Honig aus Deutschland kommt, können Verbraucher also künftig an Formulierungen wie „Ursprungsland: Deutschland“, „Herkunft: Deutschland“ und „Honig aus Deutschland“ am Etikett ablesen. Bisher habe die Kennzeichnung den Verbrauchern nicht geholfen, kritisierte Torsten Ellmann, der Präsident des DIB. Aber was bedeutet die Herkunft des Honigs eigentlich?

Laut der neuen Regelungen muss sich das angegebene Land wirklich auf die Herkunft des Honigs beziehen. Das heißt: Hat eine deutsche Imkerei etwa Bienenvölker im Ausland stehen, füllt aber in Deutschland ab, ist der Honig nicht automatisch deutscher Herkunft. Wird Honig zugekauft, muss das entsprechend kenntlich gemacht werden.
Das bedeutet die Herkunft beim Honig
„Honig ist ein landwirtschaftliches Primärprodukt. Als Ursprungsland gilt deshalb das Land, in dem die Bienenvölker stehen“, heißt es beim Imkerverband. Auch die Verarbeitung an einem anderen Standort ändert daran nichts. „Die EU-Kommission hat bereits vor einiger Zeit klargestellt: Wird Honig in einem anderen Land verarbeitet als dem, in dem ihn die Bienen produziert haben, rechtfertigt dies keine Änderung der Ursprungsbezeichnung. Honig bleibt ein landwirtschaftliches Primärerzeugnis“, so die Honig-Experten weiter.


