Urlaub in der Badewanne

Rekord-Hitze im Mittelmeer: Diese Ferienorte sind betroffen

Das Wasser im westlichen Mittelmeer war zuletzt 5,2 Grad wärmer als normal – so viel wie nie seit Messbeginn. Forscher warnen vor den Folgen.

Author - Tobias Esters
Teilen
Türkis und einladend: eine Ferienküste im Osten von Mallorca. Doch das Wasser ist derzeit so überhitzt wie nie seit Messbeginn.
Türkis und einladend: eine Ferienküste im Osten von Mallorca. Doch das Wasser ist derzeit so überhitzt wie nie seit Messbeginn.Markus Beck/Zoonar.com/IMAGO

Eigentlich soll ein Sprung ins Meer erfrischen. Doch im westlichen Mittelmeer ist das Wasser derzeit so warm, dass von Abkühlung kaum die Rede sein kann – mit einem Rekord, der Forschern Sorgen macht.

5,2 Grad über dem Normalwert

Konkret geht es um die Intensität der aktuellen Hitzewelle – also darum, wie viel wärmer das Meer ist als für die Jahreszeit normal. Dieser Wert kletterte am Montag auf 5,2 Grad über dem Erwartbaren, wie der Forscher Justino Martínez vom Institut für Meereswissenschaften in Barcelona der Nachrichtenagentur AFP sagte. Es ist der höchste je gemessene Wert, seit die Satelliten-Aufzeichnungen 1982 begannen. Besonders betroffen sind laut Martínez die Gewässer nördlich der Balearen sowie westlich von Korsika und Sardinien.

Schon Anfang Juni lag das Mittelmeer im Schnitt bei rund 22,7 Grad und damit gut 2,5 Grad über dem üblichen Wert. Im Juli und August dürften an vielen Küsten 27 bis 29 Grad Wassertemperatur erreicht werden. Von Abkühlung kann dann keine Rede mehr sein.

Unabhängige Daten stützen das: Der EU-Erdbeobachtungsdienst Copernicus verzeichnete Ende Juni im westlichen Mittelmeer Abweichungen von bis zu sechs Grad, besonders im Golf von Lion vor Südfrankreich sowie in der Ligurischen und Tyrrhenischen See vor Italien.

Strand auf Korsika: Die Gewässer rund um die Insel zählen zu den am stärksten überhitzten im Mittelmeer.
Strand auf Korsika: Die Gewässer rund um die Insel zählen zu den am stärksten überhitzten im Mittelmeer.Farifo/Zoonar.com/IMAGO

Den Rekord maßen die Forscher erst, als die Hitzewelle in der Luft längst weitergezogen war. Der Grund liegt in der Trägheit des Wassers. Es heizt sich langsamer auf, hält die Wärme dann aber hartnäckig. Meeres-Hitzewellen dauern deshalb oft „einige Tage länger" als die Hitze an Land, so Martínez.

Warum ein heißes Meer gefährlich ist

Ein überhitztes Meer ist längst nicht nur unangenehm für Fische und Korallen. Seit Beginn des Industriezeitalters haben die Ozeane rund 90 Prozent der überschüssigen Wärme aufgenommen, die der Mensch erzeugt hat. Europa ist Wissenschaftlern zufolge der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt. Und je wärmer das Wasser, desto mehr Energie liefert es für heftige Unwetter.

Welche Wucht das entfalten kann, zeigte sich im Oktober 2024: Damals befeuerte das aufgeheizte Mittelmeer einen verheerenden Sturm, der in Spanien die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten auslöste – mit mehr als 230 Toten.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Haben Sie Ideen oder Informationen für die Redaktion? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com