Deutschland kann nach der Rekord-Hitze der vergangenen Tage erst einmal durchatmen. Doch die Abkühlung dürfte nur von kurzer Dauer sein. Die nächste Hitzewelle steht bereits in den Startlöchern. Hier erfahren Sie, wann es soweit sein wird!
Reihenweise neue Hitze-Rekorde
Die extreme Hitzephase endet am Montag, nachdem sie bundesweit in vielen Städten für historische Rekorde gesorgt hatte. 41,7 Grad wurden am Sonntag in Coschen in Ost-Brandenburg gemessen, das ist Allzeitrekord in ganz Deutschland. Dazu kam die heißeste Nacht, die bisher in Deutschland registriert wurde. Im ostsächsischen Kubschütz fiel die Temperatur in der Nacht zum 28. Juni nicht unter 29,4 Grad.
Mit schweren Gewittern verabschiedet sich die Rekordhitze. Danach wird das Wetter deutlich angenehmer. Am Montag werden bundesweit zwar noch einmal bis zu 34 Grad erreicht, doch schon am Dienstag liegen die Höchstwerte laut dem Portal Wetter.net bei rund 26 Grad, am Mittwoch bei etwa 28 Grad, also ganz normale Sommerwerte.

Verschnaufpause von der Rekordhitze
Dazu wird es wechselhafter. Statt Dauer-Sonnenschein dominieren Wolken und immer wieder Schauer oder stärkere Regenfälle. Besonders am Mittwoch rechnen die Meteorologen von Wetter.net mit kräftigen Regenfällen. Örtlich werden dann nur noch rund 18 Grad erreicht. Das ist ein Temperatursturz, der nach den Hitzetagen fast schon herbstlich wirkt.
In den ersten Juli-Tagen sinken die Temperaturen dann vielerorts sogar auf 20 bis 25 Grad. Doch ist das nur eine kurze Verschnaufpause für alle Hitzegeplagten? Es könnte so kommen, denn erste Wettermodelle deuten bereits auf die nächste Hitzewelle hin. Allerdings sind sich die Prognosen noch nicht einig.
Diplom-Meteorologe Dominik Jung von Wetter.net erklärt gegenüber Der Westen: „Das amerikanische Wettermodell (GFS) zeigt bereits ab dem 7. Juli eine Rückkehr des Azorenhochs über Deutschland, was die Temperaturen wieder rasch in Richtung 30 bis 35 Grad steigen lassen könnte. Das europäische Modell (ECMWF) sieht dagegen eine längere wechselhafte Phase.“
Eine neue Hitzewelle sei deshalb „durchaus möglich, derzeit aber noch nicht gesichert.“ Die Wahrscheinlichkeit dafür schätzt Jung auf 40 bis 50 Prozent.
Ähnlich sieht es auch Meteorologe Jan Schenk, der rund um den 6. Juli mit einer neuen Hitzephase rechnet. „Es gibt Anzeichen, dass sich eine neue Hitzewelle Ende nächster oder Anfang übernächster Woche wieder aufbaut“, sagt er gegenüber Focus Online. „Ein Wechsel von Hitzewellen und Gewittern ist ja schon lange für den Sommer vorhergesagt worden. Vielleicht kommt im Juli eine neue Hitzeblase auf uns zu.“
Dass die Temperaturen erneut das Rekordniveau der vergangenen Tage erreichen, hält Dominik Jung allerdings für äußerst unwahrscheinlich. „Was wir gerade erleben, ist aus meteorologischer Sicht ein Jahrtausendereignis. Dass eine etwaige zweite Hitzewelle im Juli dieses Niveau nochmals erreicht oder gar übertrifft, halte ich für sehr unwahrscheinlich“, prognostiziert er gegenüber Der Westen.
Für den weiteren Sommerverlauf rechnet der Wetterexperte dennoch mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen und ein bis zwei weiteren Hitzephasen bis Ende August. Allerdings werden diese wohl kürzer und weniger extrem ausfallen als die Höllen-Hitze, die Deutschland dieser Tage ins Schwitzen brachte.


