USA

Dieser Vogel gilt seit 40 Jahren als ausgestorben: Jetzt schlüpft er wieder

Ein Küken des Guam-Eisvogels ist im National Aviary in Pittsburgh geschlüpft. Die Art wurde in der Wildnis durch eine eingeschleppte Schlange ausgerottet.

Author - Tobias Esters
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Ein frisch geschlüpfter Guam-Eisvogel wird im National Aviary in Pittsburgh von Hand aufgezogen.
Ein frisch geschlüpfter Guam-Eisvogel wird im National Aviary in Pittsburgh von Hand aufgezogen.Foto: National Aviary

Es ist eine kleine Sensation für den Artenschutz. Im National Aviary im amerikanischen Pittsburgh ist am 19. April ein Guam-Eisvogel geschlüpft, der auf seiner Heimatinsel seit fast 40 Jahren als in der Wildnis ausgestorben gilt. Am 27. Mai absolvierte der Jungvogel seinen ersten Flug, wie der US-Sender CBS Pittsburgh berichtet.

Die Braune Baumschlange als Auslöser

Der Guam-Eisvogel, auf der Pazifikinsel Guam als Sihek bekannt, wurde in seinem natürlichen Lebensraum durch die eingeschleppte Braune Baumschlange ausgerottet. In den späten 80er-Jahren retteten Biologen noch 29 der letzten Wildtiere und brachten sie in menschliche Obhut, bevor die Art auf Guam vollständig verschwand.

Heute sind mehr als zwei Dutzend Einrichtungen weltweit am Sihek Recovery Program beteiligt, darunter das National Aviary in den USA. Ziel des Programms ist es, die Art schrittweise wieder in die Wildnis zurückzuführen. Mehrere Vögel, die in Pittsburgh aufgezogen wurden, leben bereits auf dem Palmyra-Atoll im Pazifik, einem schlangenfreien Naturschutzgebiet rund 1000 Meilen südlich von Honolulu.

Zwei dieser Vögel, Mames und Langet, haben dort bereits Eier gelegt. Die Eier waren zwar nicht befruchtet, was laut dem National Aviary bei Erstzüchtern häufig vorkommt. Es war aber dennoch das erste Mal seit dem Aussterben des Sihek auf Guam, dass die Art überhaupt in der Wildnis gebrütet hat.

Ein ausgewachsener Guam-Eisvogel sitzt auf einem Ast. In der Wildnis ist die Art seit fast 40 Jahren verschwunden.
Ein ausgewachsener Guam-Eisvogel sitzt auf einem Ast. In der Wildnis ist die Art seit fast 40 Jahren verschwunden.Pond5 Images/IMAGO

Der jetzt geschlüpfte Jungvogel wird vorerst hinter den Kulissen betreut. Langfristig soll er Teil der Bemühungen werden, den Guam-Eisvogel eines Tages auf seine Heimatinsel zurückzubringen, sobald die Bedrohung durch die Braunen Baumschlangen dort eingedämmt werden kann.

Neun von 13 Vogelarten verschwanden

Der Sihek ist dabei bei weitem nicht das einzige Opfer der eingeschleppten Braune Baumschlange. Wie der U.S. Fish & Wildlife Service erklärt, gelangte das Reptil nach dem Zweiten Weltkrieg vermutlich unbeabsichtigt nach Guam und löste dort eine ökologische Katastrophe aus. Neun von 13 einheimischen Waldvogelarten der Insel verschwanden vollständig aus der Natur.

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