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Verschärfte Regeln auf Kreuzfahrtschiffen: Das müssen Urlauber jetzt wissen

Costa Crociere verbietet das Mitnehmen von Buffet-Speisen und droht mit 60 Euro Strafe. Andere Reedereien ziehen ebenfalls nach.

Author - Tobias Esters
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Das Kreuzfahrtschiff Costa Smeralda der italienischen Reederei Costa Crociere läuft aus der Bucht von Palma de Mallorca aus.
Das Kreuzfahrtschiff Costa Smeralda der italienischen Reederei Costa Crociere läuft aus der Bucht von Palma de Mallorca aus.Jochen Tack/IMAGO

Das Kreuzfahrtunternehmen Costa Crociere hat lange eine Auge zugedrückt, wenn Gäste sich etwas vom Buffet auf die Kabine mitnahmen. Damit ist jetzt Schluss. Die italienische Reederei hat eine neue Regel eingeführt, die das Mitnehmen von Speisen aus Buffetbereichen und Restaurants konsequent untersagt. Wer dagegen verstößt, zahlt laut dem Kreuzfahrtblog „Crew Center" eine Reinigungsgebühr von 60 Euro.

Hygiene als Begründung

In einer Mitteilung, die in sozialen Medien kursiert, begründet Costa Crociere den Schritt mit Hygieneargumenten. Das Unternehmen will Lebensmittelkontaminationen verhindern, Schädlinge fernhalten und den Sauberkeitsstandard an Bord auf hohem Niveau halten. Das Verbot gilt für öffentliche Bereiche, Pooldecks, Kabinen und alle anderen Innenbereiche des Schiffs.

Wer das Essen trotzdem in der Kabine genießen möchte, muss den Zimmerservice beauftragen. Nur das eigens geschulte Personal darf Speisen dorthin liefern. Für Gäste in Suiten ist dieser Service bei Costa rund um die Uhr verfügbar, wie das Fachportal „Schiffe und Kreuzfahrten" berichtet. Einen weiteren Effekt erhofft sich die Reederei: Die Crew muss kein benutztes Geschirr mehr in Gängen, auf Decks oder rund um den Pool einsammeln, was die Reinigungsabläufe an Bord vereinfacht.

Ein Schiff von Norwegian Cruise Line: Auch diese Reederei verschärft ihre Essensregeln an Bord.
Ein Schiff von Norwegian Cruise Line: Auch diese Reederei verschärft ihre Essensregeln an Bord.Lobeca/imago

Mit ihrem strikten Verbot steht Costa Crociere in der Branche weitgehend allein da. Bei den meisten großen internationalen Reedereien, darunter Royal Caribbean, MSC, Norwegian, Princess und Holland America, dürfen Gäste Buffetessen nach wie vor mit in die Kabine nehmen, wie das Portal „Cruisebooking" in einem Überblick festhält. Bei MSC gilt dabei eine ungeschriebene Regel: mitnehmen, was man in einer Mahlzeit isst, nicht auf Vorrat.

Auch Norwegian Cruise Line dreht an der Schraube

Der Trend zur Verschärfung zieht sich dennoch durch die gesamte Branche. Wie das Portal „Candid Cruise and Travel" berichtet, kassiert Norwegian Cruise Line seit Herbst 2025 fünf Dollar, wenn Gäste im Hauptrestaurant mehr als ein Hauptgericht bestellen. Beim Zimmerservice begrenzt Norwegian die Bestellmenge auf zwei Gerichte pro Person. Wer mehr möchte, zahlt eine zusätzliche Liefergebühr.

Was in Hotels schon lange gilt

Neu ist dieses Prinzip nicht. In der Hotellerie gilt es seit Langem als Standard, dass das Frühstücksbuffet für den Verzehr vor Ort gedacht ist. Viele Häuser regeln das ausdrücklich in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Wer ein Lunchpaket möchte, zahlt in der Regel extra. Bei einem einzelnen Stück Obst zeigen die meisten Hotels Kulanz.

Ob die neue Regelung dauerhaft bei allen Costa-Schiffen gilt oder zunächst nur auf bestimmten Routen erprobt wird, hat die Reederei bislang nicht offiziell bestätigt. Costa-Schiffe starten in Deutschland ab Hamburg und Kiel.

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