Jedes Jahr reisen rund sieben Millionen Deutsche in die Türkei. Wer dabei zur Zigarette greift, sollte sich auf grundlegende Veränderungen einstellen. Die türkische Regierung plant eines der strengsten Anti-Tabak-Gesetze weltweit – und das betrifft ausdrücklich auch ausländische Touristen.
Was das geplante Gesetz konkret vorsieht
Ein Gesetzentwurf der Regierungspartei AKP, erarbeitet in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium, sieht vor, das Rauchen an nahezu allen öffentlichen Orten zu verbieten. Dazu zählen Strände, Parks, Spielplätze, Sportanlagen sowie Außenbereiche von Restaurants und Cafés. Auch in Krankenhäusern, Bildungseinrichtungen und Gotteshäusern soll das Rauchen künftig tabu sein.
Betroffen wären nicht nur klassische Zigaretten. Der Gesetzentwurf fasst den Begriff „Tabakprodukt" besonders weit: Auch E-Zigaretten, E-Shishas, Wasserpfeifen, Tabakerhitzer und sogar Produkte, die das Rauchen nur imitieren, sollen unter das Verbot fallen. Das könnte auch die traditionelle Shisha-Kultur des Landes treffen.
Das langfristige Ziel ist noch radikaler: Bis 2040 sollen Verkauf, Import und Herstellung von Tabakprodukten in der Türkei vollständig verboten werden. Für ein Land mit rund 19 Millionen Rauchern wäre das ein historischer Einschnitt.

Wer aktuell in der Türkei mit einer Zigarette am Strand erwischt wird, zahlt bereits rund 25 Euro Strafe. Doch die geplanten Bußgelder würden das weit übertreffen. Für Privatpersonen sind laut Berichten Strafen von bis zu 5.000 Euro möglich. Für Gastronomiebetriebe und Einzelhändler, die gegen die Regeln verstoßen, sind Bußgelder von bis zu zehn Millionen Türkischen Lira vorgesehen – umgerechnet rund 191.000 Euro.
Noch ist nichts beschlossen
Wichtig zu wissen: Noch ist unklar, ob und wann der Gesetzentwurf tatsächlich verabschiedet wird. Sollte er jedoch umgesetzt werden, würde die Türkei zu den Ländern mit den weltweit strengsten Anti-Tabak-Regeln zählen. Die Türkei hat sich dabei am EU-Ziel orientiert, das bis 2040 eine rauchfreie Generation anstrebt.
Die Türkei ist mit ihren Plänen nicht allein. Frankreich hat seit dem 29. Juni 2025 das Rauchen an öffentlichen Stränden, in Parks und an Bushaltestellen sowie in einem Zehn-Meter-Umkreis um Schulen und Schwimmbäder verboten. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld von 135 Euro, bei Wiederholungstätern bis zu 700 Euro.


