Höchste Alarmstufe

Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die Türkei

Für viele Deutsche ist die Türkei ein Traumziel.  Das Auswärtiges Amt hat seine Reise- und Sicherheitshinweise erneut verschärft – und die haben es in sich!

Author - Stefan Tappert
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Bei einem Cocktail den Sonnenuntergang genießen? Wer das im Türkei-Urlaub machen möchte, sollte genau darauf achten, wo er hinfährt.
Bei einem Cocktail den Sonnenuntergang genießen? Wer das im Türkei-Urlaub machen möchte, sollte genau darauf achten, wo er hinfährt.imagebroker/imago

Der Klartext aus Berlin ist deutlich. In der gesamten Türkei besteht terroristische Bedrohung. Immer wieder kam es zu Anschlägen – zuletzt besonders schockierend 2022 auf der Istiklal-Straße in Istanbul. Verantwortlich gemacht werden unter anderem die verbotene PKK und Splittergruppen. Die Folgen sind eine bewaffnete Polizei, Kontrollen, höchste Alarmstufe, landesweit.

Finger weg von diesen Regionen!

Von Reisen in die Grenzgebiete zu Syrien und Irak wird dringend abgeraten. Konkret betroffen sind die Provinzen Şanlıurfa, Mardin, Şırnak und Hakkâri. Offiziell keine Reisewarnung – aber die Nähe zu bewaffneten Konflikten macht die Lage hochgefährlich. Wer hier Urlaub plant, spielt mit dem Feuer.

Die herrlichen Strände und Buchten der Türkei sind ein beliebtes Urlaubsziel. Doch jetzt warnt das Auswärtige Amt.
Die herrlichen Strände und Buchten der Türkei sind ein beliebtes Urlaubsziel. Doch jetzt warnt das Auswärtige Amt.Zoonar/imago

Demos, Chaos, gesperrte Metro

In Metropolen wie Istanbul und Ankara häufen sich Demonstrationen. Immer wieder werden zentrale Plätze und Metrostationen spontan gesperrt. Das Auswärtige Amt rät Urlaubern:

große Menschenmengen meiden

touristische Hotspots nur mit Vorsicht besuchen

Abstand zu Regierungs- und Militäreinrichtungen halten

Kurz gesagt: entspanntes Sightseeing war schon mal einfacher.

Festnahme aus dem Nichts? Deutsche im Visier

Besonders alarmierend: Deutsche Staatsbürger werden weiterhin willkürlich festgenommen, mit Ausreisesperren belegt oder schon an der Grenze abgewiesen. Und das oft ohne Vorwarnung! Selbst wer jahrelang problemlos eingereist ist, kann plötzlich betroffen sein.

Der Grund? Häufig reichen schon:

frühere Teilnahme an Demos in Deutschland

Likes, Kommentare oder Shares in sozialen Medien

Unterschriften unter Petitionen

Vereinsmitgliedschaften mit kurdischem Bezug

Das Auswärtige Amt geht davon aus, dass türkische Behörden umfangreiche Listen von Personen in Deutschland führen. Der Terrorismusbegriff ist extrem weit gefasst. Schon ein falscher Klick kann reichen.

Kritik am Präsidenten kann Knast bedeuten

Auch regierungskritische Äußerungen sind brandgefährlich. Vorwürfe wie „Präsidentenbeleidigung“ oder angebliche Terrorunterstützung führen teils zu mehrjährigen Haftstrafen. Besonders betroffen: Menschen mit familiären Wurzeln in der Türkei – aber auch rein deutsche Staatsangehörige sind nicht sicher. Selbst private Aussagen können durch Denunziation bei Behörden landen.

Konsularhilfe hilft nicht immer

Das Auswärtige Amt macht klar: Deutsche Botschaften können nicht vor Strafverfolgung schützen. Wer glaubt, ein deutscher Pass sei ein Schutzschild, irrt. Was in Deutschland gesagt oder gepostet wird, kann in der Türkei ernste Konsequenzen haben.

Die Türkei lockt weiter mit Sonne und Meer – doch politisch ist das Pflaster heiß. Wer reist, sollte jedes Wort, jeden Klick und jede Bewegung abwägen. Urlaub kann sonst schneller im Verhörraum enden als am Pool.

Haben Sie einen Türkei-Urlaub geplant und zweifeln jetzt? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com