Ölkäfer

Giftiger Riesenkäfer taucht in deutschen Gärten auf: Das müssen Sie beachten!

Er ist bis zu 3,5 Zentimeter groß, steckt voller Gift und steht unter Naturschutz – wer dem Schwarzblauen Ölkäfer begegnet, sollte genau wissen, was zu tun ist.

Author - Tobias Esters
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Der Schwarzblaue Ölkäfer ist unverkennbar – bis zu 3,5 Zentimeter lang, glänzend schwarzblau und derzeit in vielen deutschen Gärten unterwegs. Nicht anfassen!
Der Schwarzblaue Ölkäfer ist unverkennbar – bis zu 3,5 Zentimeter lang, glänzend schwarzblau und derzeit in vielen deutschen Gärten unterwegs. Nicht anfassen!frank hecker/senckenberg

Er sieht aus wie ein Tier aus einem anderen Zeitalter, steckt voller Gift und steht trotzdem unter Naturschutz: Der Schwarzblaue Ölkäfer sorgt gerade in vielen deutschen Gärten für Aufregung. Was Eltern, Hundehalter und Hobbygärtner jetzt wissen müssen.

Riesenkäfer auf dem Vormarsch: Meldungen häufen sich

Wer dieser Tage in seinem Garten plötzlich einem schwarz glänzenden Koloss begegnet, der schwerfällig über die Terrasse stakst, reibt sich zunächst die Augen. Bis zu 3,5 Zentimeter lang, plumper Körper, keine funktionsfähigen Flügel – der Schwarzblaue Ölkäfer ist kein gewöhnliches Insekt. Und er ist gerade unterwegs. In sozialen Netzwerken häufen sich die Meldungen, vor allem aus Schleswig-Holstein, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands. Darüber berichtet die Kreiszeitung.

Für Berliner und Brandenburger ist das kein völlig fremdes Phänomen. Besonders in Ostbrandenburg, an den Oderhängen, findet sich der Ölkäfer in großer Zahl – aber auch im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe gibt es Vorkommen. Wer also in der Region unterwegs ist, könnte dem Tier schon bald begegnen.

Nah dran, aber bitte nur auf dem Foto: Der Schwarzblaue Ölkäfer sondert bei Bedrohung ein giftiges Sekret ab, das Hautblasen verursachen kann.
Nah dran, aber bitte nur auf dem Foto: Der Schwarzblaue Ölkäfer sondert bei Bedrohung ein giftiges Sekret ab, das Hautblasen verursachen kann.blickwinkel/IMAGO

Wenn sich der Schwarzblaue Ölkäfer bedroht fühlt, sondert er aus seinen Kniegelenken ein gelbes Sekret ab, das Cantharidin enthält – ein starkes Nervengift. Trifft das auf die Haut, kann es Blasen verursachen. Schon ein einziger Käfer enthält laut der Berliner Naturschutzseite „Wildes Berlin" genug Cantharidin, um einen Erwachsenen ernsthaft zu gefährden.  Im antiken Griechenland setzte man das Gift deshalb für Hinrichtungen ein.

Gefährlich für Kinder – aber bitte nicht töten

Für Erwachsene, die den Käfer einfach in Ruhe lassen, ist das Risiko überschaubar. Anders sieht es bei kleinen Kindern aus. Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder die Käfer nicht in den Mund nehmen. Auch Hundehalter können beruhigt sein: Das unangenehme Aroma des Gifts und das schützende Fell der Tiere verhindern, dass Haustiere den Käfer aufnehmen.

Der entscheidende Punkt, den viele nicht wissen: Der Schwarzblaue Ölkäfer steht unter Naturschutz und gilt in Deutschland als gefährdet. Wer ihn tötet, macht sich strafbar – unabhängig davon, wie unwillkommen der Besuch auf der Terrasse ist.

Was tun, wenn der Käfer im Garten auftaucht?

Experten empfehlen eine einfache Lösung: Abstand halten. Wer den Käfer aus dem direkten Aufenthaltsbereich entfernen möchte, kann ihn vorsichtig mit einem Blatt oder einem Stück Pappe in den Gartenbereich umsetzen. Bloße Hände sollten dabei nicht zum Einsatz kommen – und nach jedem Kontakt gilt: Hände gründlich waschen.

In Deutschland kann man dem Schwarzblauen Ölkäfer zwischen April und Juni begegnen, weshalb er auch „Maiwurm" genannt wird. Das aktuelle Aufkommen ist also keine Invasion, sondern saisonale Normalität – auch wenn die Population von Jahr zu Jahr schwankt.

Der Käfer bevorzugt sandige und offene Standorte, an denen er Zugang zu Bienennestern hat – sein komplexer Lebenszyklus ist untrennbar mit Wildbienen verbunden. Die Larven warten in Blüten auf vorbeikommende Bienen und lassen sich in deren Nester tragen. Wer also einen naturnahen Garten mit Wildblumen und sandigen Ecken hat, könnte dem Käfer öfter begegnen als andere.

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